# Christus der Lehrer – Grundlagen und Vorbereitung der Lektion

*Gebet, Hauptziel, sieben Bausteine und Vorbereitungsblatt*

Lehrbuch · 1. Semester · [Thema 3: Die Sonntagsschullektion](https://dienerkursbooks.pages.dev/lehrbuch/T03.md) · Vortrag 1 · Lesedauer etwa 18 Minuten

Koptisch-Orthodoxe Diözese Österreichs und der Deutschschweiz · Ausgabe 15, Stand 21. Oktober 2026 · Webseite: [https://dienerkursbooks.pages.dev/lehrbuch/T03/V01](https://dienerkursbooks.pages.dev/lehrbuch/T03/V01.md)

## Lernziele

1.  Für eine biblische Geschichte ein Hauptziel (Kopf – Herz – Hand) formulieren und begründen, warum das Ziel vor der Methode steht.
2.  Die sieben Bausteine einer Lektion und acht Möglichkeiten des Einstiegs nennen.
3.  Ein Vorbereitungsblatt für eine Sonntagsschulstunde erstellen und die Zeit für den reinen Inhalt planen (Volksschule: etwa zwanzig Minuten).
4.  Die vier Schritte einer Lektion nach Papst Schenouda III. beschreiben.

## Schlüsselbegriffe

Lektion · Didaktik · Methodik · Hauptziel · Kopf – Herz – Hand · Einstieg · Hauptteil · Kernaussage · Anwendung · Merkvers · Verständnisfragen · Vorbereitungsblatt

## Bibelstellen

Joh 13:13; Mt 7:28–29; Joh 4:7b.10; Mk 4:33; Joh 16:12; Lk 24:15b.17a.27.32.33a; Lk 2:46b; Mt 28:20a; Joh 17:19; Apg 8:31a; 1. Kor 3:2a; Spr 22:29; Mt 25:40b; Lk 19:1–10

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Jeden Sonntag sitzen Kinder vor dir, die etwas von Gott hören wollen. Ob sie mit leeren Händen heimgehen oder mit einem Wort für die ganze Woche, hängt sehr von deiner Vorbereitung ab. Das Lehren lernt jeder Diener bei Christus. Von ihm her bereitest du eine **Lektion** vor: im Gebet, aus der Lehre der Kirche, mit einem klaren **Hauptziel**, in sieben Bausteinen und nach den vier Schritten, die Papst Schenouda III. empfiehlt. Was du planst, hältst du auf einem **Vorbereitungsblatt** fest.

## Christus, der Lehrer

Die Jünger nannten Jesus „Meister“, und er hat diesen Namen angenommen: „Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es“ (Joh 13:13). An der Art, wie der menschgewordene Sohn Gottes lehrte, kannst du ablesen, was eine gute Lektion ausmacht.

- **Er lehrte mit Vollmacht.** Nach der Bergpredigt heißt es: „Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der (göttliche) Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten“ (Mt 7:28–29). Seine Worte und sein Leben waren eins.
- **Er knüpfte an das an, was vor den Menschen lag.** Am Brunnen begann er mit der Bitte „Gib mir zu trinken!“ (Joh 4:7b) und führte die samaritische Frau vom Wasser des Brunnens zum lebendigen Wasser, das er selbst schenkt (Joh 4:10). Er holte sie dort ab, wo sie stand.
- **Er passte sich seinen Hörern an.** „Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten“ (Mk 4:33). Und zu den Jüngern sagte er: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen“ (Joh 16:12).
- **Er ging mit, fragte und erschloss die Schrift.** Als die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus waren, „kam Jesus hinzu und ging mit ihnen“ (Lk 24:15b). Er fragte zuerst: „Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?“ (Lk 24:17a). Dann erschloss er ihnen die Schrift (Lk 24:27). Am Ende sagten sie: „Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?“ (Lk 24:32). „Noch in derselben Stunde brachen sie auf“ (Lk 24:33a). Ihr Verstand wurde erleuchtet, ihr Herz brannte, und sie handelten.
- **Er hörte zu.** Schon als Zwölfjähriger saß er im Tempel „mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen“ (Lk 2:46b).
- **Sein Lehren zielt auf das Leben.** Den Aposteln gab er den Auftrag: „und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Mt 28:20a). Lehre will gelebt werden.

![Christus geht mit den Jüngern nach Emmaus (Lk 24:13–35)](https://dienerkursbooks.pages.dev/bilder/T03/T03-B1.jpg)

*Abb. 5 · Christus geht mit den Jüngern nach Emmaus (Lk 24:13–35)*

Papst Schenouda III. nennt einen Unterschied, der für jeden Diener grundlegend ist:

> **Aus der Lehre unserer Päpste**
>
> Es gibt einen Unterschied zwischen Dienst und Lehren. Lehren ist bloß die Weitergabe von Wissen in die Köpfe unserer Zuhörer, Dienen aber ist, Seelen zu Gott zu führen, indem man ein geistlicher Mensch ist.[^1]
>
> – Papst Schenouda III., *The Spiritual Ministry*, Kap. II, Nr. 4

Wissen ist nicht unwichtig – was du lehrst, muss stimmen. Aber es dient einem größeren Ziel: Die Kinder sollen Gott kennen und lieben lernen. Papst Schenouda III. zeigt das an Beispielen: Wer über die Schöpfung spricht, spricht von Gottes Liebe und Weisheit; wer ein Heiligenleben erzählt, zeigt, wie Gott diesen Menschen bereitet und gestärkt hat; auch Lehre und Riten, also die Ordnungen der Gottesdienste, werden auf Gott bezogen, nicht als trockene Kenntnisse vermittelt.[^2]

> **Begriff: Didaktik und Methodik**
>
> **Didaktik** ist die Lehre vom Lehren und fragt: *Was* unterrichte ich? **Methodik** ist die Lehre von den Methoden und fragt: *Wie* vermittle ich es? In der Vorbereitung kommt die Didaktik zuerst: Erst wenn feststeht, was die Kinder mitnehmen sollen, wählst du die passende Methode.

> **Begriff: Lektion**
>
> Die **Lektion** (die Stunde) ist die vorbereitete Einheit der Sonntagsschule mit einem Ziel (der Hauptaussage), einer biblischen Geschichte oder einem anderen Inhalt aus dem Leben der Kirche und einer **Anwendung** für das Leben der Kinder.

## Die Vorbereitung beginnt mit Gebet

Bevor Christus in sein Leiden ging, betete er für seine Jünger und sagte:

> **Heilige Schrift**
>
> Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.
>
> Joh 17:19

Papst Schenouda III. bezieht dieses Wort auf jeden Diener. Von den geistlichen Dienern sagt er: „Sie geben nicht bloß Lektionen, sie sind die Lektion. Diese Diener bereiten sich selbst vor, bevor sie die Lektion vorbereiten“, und erinnert dabei an Joh 17:19 und an 1. Tim 4:16.[^3] An anderer Stelle sagt er kurz: „… heißt deine Lektion vorbereiten, dich selbst geistlich vorbereiten.“[^4] Auch der heilige Augustinus erinnert daran, dass der Lehrer vor dem Sprechen betet:

> **Aus den Vätern**
>
> … sei er durch sein Beten für sich und seine Zuhörer zuvor ein Beter, bevor er ein Redner wird. Wenn dann die Stunde zum Sprechen selbst heranrückt, erhebe er, bevor er seinen Mund zum Vortrag öffnet, die dürstende Seele zu Gott, auf dass er (nur solches) verkünde, was er (im Gebete) eingesogen, oder darlege, was er selbst schon erfüllt hat.[^5]
>
> – Hl. Augustinus, *Vier Bücher über die christliche Lehre*, Buch IV, Kap. 15,32

Für deine Woche heißt das:

- **Beginne früh.** Denke etwa eine Woche vor der Stunde über die Lektion nach, nicht erst am Abend davor: am Wochenanfang lesen und beten, in der Wochenmitte ausarbeiten, am Tag davor alles durchgehen.
- **Bete täglich für die Lektion und für die Kinder.** Sag Gott ehrlich, dass du es aus eigener Kraft nicht kannst, und bitte ihn, durch dich zu wirken. Papst Schenouda III. rät, vor dem Dienst von ganzem Herzen um passende und nützliche Worte zu beten.[^6]
- **Lies den Bibelabschnitt selbst, langsam und ganz,** auch wenn du die Geschichte schon oft gehört hast. Frag dich, was Gott dir durch diesen Text sagt. Diese persönliche Besinnung (Kontemplation) gehört zur Vorbereitung.
- **Lebe, was du lehrst.** Was du selbst nicht verstanden hast oder nicht tust, kannst du nicht glaubwürdig weitergeben. Der heilige Hieronymus schreibt einem jungen Priester: „Lies fleißig in der Hl. Schrift, nie sollen Deine Hände die heilige Lesung beiseite legen! Was Du lehren willst, lerne zuvor selbst!“[^7]

## Die Lehre der Kirche, nicht die eigene Meinung

In der Sonntagsschule lehrst du nicht deine Privatmeinung, sondern den Glauben der Kirche. Papst Schenouda III. warnt vor dem Diener, der einen neu gelesenen Gedanken als Lehre aufdrängt: „Das Problem dabei ist, dass du eine persönliche Überzeugung vorträgst und nicht die Lehren der Kirche.“ Demütige Diener tragen die Lektion einfach und geistlich vor und „sollen sich um die Vorbereitung ihrer Lektionen kümmern und sich nicht auf ihr vorhandenes Wissen verlassen“.[^8]

Darum bereitest du dich aus **mehreren kirchlichen Quellen** vor, nicht nur aus einer:

- aus der Heiligen Schrift – für Bibelverse auf dem Vorbereitungsblatt und für den **Merkvers**; gemeinsamer Wortlaut im Kurs ist die Einheitsübersetzung;
- aus geistlichen Büchern der Kirche: dem Katechismus von Abuna Tadros Y. Malaty, den Büchern der Päpste und der Väter, für Heiligenleben aus dem Synaxarium (was nur die Überlieferung erzählt, kennzeichnest du so);
- aus guten allgemeinen Büchern über Erziehung und Unterricht.

Das Ziel jeder Lektion muss mit der koptisch-orthodoxen Lehre übereinstimmen. Schreib deine Quellen auf, damit du sie wiederfindest.

Wenn du ein Beispiel erfindest, sag den Kindern, dass es erfunden ist. Und wenn dir etwas unklar bleibt, hol dir Hilfe beim Priester, bei deinem Beichtvater oder bei erfahrenen Dienern. Auch der Kämmerer aus Äthiopien sagte zu Philippus: „Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet?“ (Apg 8:31a). Wer fragt, schützt die Kinder vor Fehlern.

## Ein Hauptziel – das Ziel vor der Methode

Am Anfang jeder Vorbereitung steht die Frage nach dem Ziel der Lektion. Ohne klares Ziel verliert die Stunde leicht ihren Zusammenhang.

> **Begriff: Hauptziel**
>
> Das **Hauptziel** (Ziel der Lektion) ist die eine Hauptaussage, die die Kinder aus der Stunde mitnehmen sollen. Es wird vor allem anderen festgelegt, in einem Satz formuliert, und alle Teile der Lektion dienen ihm.

**Ein Ziel, keine Nebenziele.** Wer möglichst viel in eine Stunde packt, verwässert die Botschaft. Was nicht zum Hauptziel gehört, hebst du für eine andere Stunde auf.

**Das Ziel als Satz.** Formuliere es von den Kindern her: „Die Kinder sollen …“ und ein Tätigkeitswort – wissen, sich freuen, vertrauen, tun. „Die Geschichte von Zachäus“ ist noch kein Ziel; „Die Kinder sollen erkennen, dass Jesus jeden Menschen sucht und liebt“ ist eines.

**Kopf – Herz – Hand.** Ein gutes Hauptziel spricht den ganzen Menschen an. Es hat drei Seiten, die zusammengehören:

- **Kopf:** Was sollen die Kinder *wissen* und verstehen?
- **Herz:** Was sollen sie *lieben*, wofür sollen sie danken, worauf sollen sie vertrauen?
- **Hand:** Was sollen sie *tun* – in dieser Woche, ganz konkret?

Das sind nicht drei Ziele, sondern drei Seiten des einen Hauptziels. Bei den Emmausjüngern hast du alle drei gesehen: Christus erschloss ihnen die Schrift (Kopf), ihr Herz brannte (Herz), und noch in derselben Stunde brachen sie auf (Hand).

|  | Hauptziel zu Lk 19:1–10 (Zachäus), Volksschule |
|----|----|
| Kopf | Die Kinder sollen wissen, was Jesus selbst sagt: „… der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Lk 19:10). |
| Herz | Sie sollen sich freuen, dass Jesus auch zu ihnen kommen will – so wie Zachäus ihn freudig bei sich aufnahm (Lk 19:6). |
| Hand | Sie sollen in dieser Woche bei einem Menschen, dem sie wehgetan haben, um Verzeihung bitten oder etwas wiedergutmachen, wie Zachäus es versprach (Lk 19:8). |

Tabelle 6 · Ein Hauptziel mit drei Seiten

**Das Ziel passt zur Altersstufe.** Paulus schreibt den Korinthern: „Milch gab ich euch zu trinken statt fester Speise; denn diese konntet ihr noch nicht vertragen“ (1. Kor 3:2a). Das Ziel muss der Reife der Kinder entsprechen: Für Kinder im Kindergarten und in der Volksschule passt vor allem Gottes Liebe; für Jugendliche in der Unterstufe und Oberstufe die Kraft Gottes in ihrem Leben und im Leben der Heiligen; für junge Erwachsene die christlichen Tugenden und die geistlichen Übungen. Mehr dazu in [Thema 9](https://dienerkursbooks.pages.dev/lehrbuch/T09.md) („Kinder und Jugendliche unterrichten“).

**Warum das Ziel vor der Methode steht.** Eine Methode – ein Spiel, ein Film, eine Bastelarbeit – ist ein Mittel, nie das Wichtigste der Lektion. Sie muss nicht auffällig oder aufwendig sein, sondern zum Ziel und zu den Kindern passen. Wer mit der Methode beginnt („Ich habe ein tolles Spiel“), endet leicht bei einer Stunde, in der die Kinder nur gespielt haben. Wer mit dem Ziel beginnt, fragt: Welche Methode hilft gerade diesen Kindern, diese Botschaft zu verstehen? Der heilige Augustinus nennt das höchste Ziel jeder Unterweisung – die Liebe Gottes zu uns und unsere Antwort darauf:

> **Aus den Vätern**
>
> Diese Liebe also setze dir als höchstes Ziel, worauf deine ganze Rede abzielen muss, und dann halte deinen Vortrag so, dass dein Schüler durch Hören zum Glauben, durch den Glauben zur Hoffnung, durch die Hoffnung aber zur Liebe gelange.[^9]
>
> – Hl. Augustinus, *Vom ersten katechetischen Unterricht*, Kap. 4,8

## Sorgfalt – der Lernvers

Für die Vorbereitung gilt ein Vers aus dem Buch der Sprichwörter, den du auswendig lernst:

> **Heilige Schrift**
>
> Siehst du einen, der gewandt ist in seinem Beruf: vor Königen wird er dienen. \[Nicht wird er vor Niedrigen dienen.\]
>
> Spr 22:29

Gewandt ist, wer seine Arbeit gründlich gelernt hat und sorgfältig tut. Für den Diener ist Sorgfalt eine Form der Liebe: zu Gott, dessen Werk er tut, und zu den Kindern, die Besseres verdienen als etwas, das in letzter Minute zusammengesucht wurde. Sorgfalt zeigt sich besonders in der Wahl der passenden Anwendung. Sie heißt nicht, möglichst viel vorzubereiten, sondern das Richtige gut.

Der Satz in eckigen Klammern sagt dasselbe noch einmal von der anderen Seite: Wer tüchtig ist, bleibt nicht im Dienst unbedeutender Leute, sondern dient vor Königen. Über den Wert der Menschen, denen man dient, sagt der Vers nichts. Wer den Kindern dient, dient sogar vor dem König aller Könige; Christus sagt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25:40b). Darum verdient der Dienst an den Kindern die Sorgfalt, die man einem König erweisen würde.

## Die sieben Bausteine einer Lektion

Eine gut gebaute Lektion besteht aus sieben Bausteinen. Du bereitest sie in dieser Reihenfolge vor, auch wenn du in der Stunde mit dem **Einstieg** beginnst:

| Nr. | Baustein | Worum es geht |
|----|----|----|
| 1 | **Ziel** | die eine Hauptaussage (Kopf – Herz – Hand); alles andere dient ihr |
| 2 | **Einstieg** | weckt Aufmerksamkeit und lenkt die Gedanken der Kinder auf das Thema |
| 3 | **Hauptteil** | die biblische Geschichte oder der Inhalt, in Punkten vorbereitet, mit der **Kernaussage** |
| 4 | **Anwendung** | die praktische Umsetzung im Leben der Kinder – eine konkrete Aufgabe für die Woche |
| 5 | **Merkvers** | ein kurzer Bibelvers, der das Ziel festhält |
| 6 | **Abschluss** | Wiederholung des Ziels, **Verständnisfragen**, kein neuer Stoff |
| 7 | **Schlussgebet** | ein Gebet mit dem Ziel der Lektion |

Tabelle 7 · Die sieben Bausteine einer Lektion

**Einstieg.** Er bereitet die Gedanken der Kinder vor und lenkt sie auf die Lektion hin; er ist einfach, kurz und hängt mit dem Thema zusammen. Ein kurzer Übergang führt fließend in den Hauptteil.

**Hauptteil.** Hier erzählst oder erklärst du den Inhalt. Wenn du vom Glauben sprichst, wähle die Worte genau. Mit Ereignissen und Beispielen lenkst du die Vorstellungskraft der Kinder, ohne sie einzuengen. Lege die Lehre der Kirche sorgfältig dar und erzähle nur eine Geschichte, die zum Thema passt. An einer Stelle wird das Ziel klar herausgestellt: die **Kernaussage**, der Höhepunkt der Stunde. Bereite sie wörtlich vor.

**Anwendung.** Die praktische Umsetzung ist kein Zusatz, den man weglassen kann, wenn die Geschichte verstanden ist; eine geistliche Lektion zielt nie nur auf Wissen. Die Anwendung passt zum Alltag und zur Reife der Kinder, festigt die Lektion und enthält nur eine Anweisung. Beim Gebot, die Eltern zu ehren, basteln die Kinder etwa etwas für ihre Eltern.

**Merkvers.** Der auswendig gelernte Vers hilft, das Ziel zu behalten. Er zeigt das Ziel klar, ist kurz und für die Kinder leicht zu lernen und zu verstehen. Zu Zachäus passt Lk 19:10.

**Abschluss.** Er ist kurz, fasst das Ziel zusammen und bringt nichts Neues. Dazu gehören **Verständnisfragen**, mit denen du feststellst, was die Kinder behalten haben. Die Fragen beziehen sich auf das Ziel und passen zur Reife der Kinder. Sie sind einfach formuliert und bauen aufeinander auf. Jede hat eine richtige Antwort und verlangt mehr als Ja oder Nein.

**Schlussgebet.** Die Stunde endet, wie die Vorbereitung begann: mit Gebet, kurz und mit den Worten des Ziels, etwa: „Herr Jesus, du suchst jeden Menschen. Hilf uns, diese Woche gutzumachen, was wir falsch gemacht haben.“

## Acht Möglichkeiten für den Einstieg

Diese acht Möglichkeiten haben sich in der Sonntagsschule bewährt:

1.  **Fragen**, die an die Erfahrung der Kinder anknüpfen;
2.  ein **Spiel mit Lehrziel**, allein oder in der Gruppe;
3.  ein **Wettbewerb**, etwa ein kleines Quiz;
4.  ein kurzer **Film** (Video), den du vorher ganz angesehen hast;
5.  **Puppen**, etwa Handpuppen, die ein Gespräch führen;
6.  eine **Geschichte** – wahr oder erfunden; du sagst immer, welches von beiden;
7.  ein **Anschauungsmittel**: ein Bild, ein Gegenstand, ein Beispiel aus dem Alltag;
8.  eine kleine **Bastelarbeit**.

Der Einstieg ist kurz und führt zum Ziel; ein Spiel ohne Bezug zum Thema ist kein Einstieg, sondern Ablenkung. Wählst du eine Geschichte als Einstieg, halte sie ganz kurz, damit sie die eine Geschichte des Hauptteils nicht verdrängt. Niemand wird vorgeführt oder bloßgestellt.

Kleine Kinder lernen die Welt zuerst mit den Sinnen kennen, erst später mehr mit dem Verstand; Papst Schenouda III. folgert: „Daraus ergibt sich die Bedeutung von Anschauungsmaterial für Sonntagsschulkinder.“[^10]

> **Beispiel**
>
> **Drei Einstiege zu Zachäus.** *Fragen:* „Hast du schon einmal etwas nicht sehen können, weil Größere vor dir standen? Was hast du gemacht?“ – *Anschauungsmittel:* das Bild eines großen Baumes, auf den jemand hinaufgeklettert ist. – *Spiel mit Lehrziel:* Die Kinder suchen einen versteckten Gegenstand; danach fragst du, wie sie sich gefreut haben, als sie ihn gefunden haben – so freut sich Jesus, wenn er einen Menschen findet (Lk 19:10). Alle drei führen zum selben Ziel.

## Die vier Schritte nach Papst Schenouda III.

Papst Schenouda III. erzählt selbst, wie er diesen Weg als junger Diener gelernt hat. Im Jahr 1943 unterrichtete er in Ägypten eine Klasse der sechsten Primarstufe, Kinder an der Schwelle zum Jugendalter. In der Zeit des Auferstehungsfestes sprach er über die Frauen, die sehr früh zum Grab gingen, und wollte, dass die Kinder früh in die Kirche gehen. Alle stimmten zu – doch auf seine Frage, ob sie nächste Woche früh kämen, sagten alle, sie könnten es nicht: Die einen lernten vor den Prüfungen bis spät in die Nacht, andere kamen mit dem Vater, der spät kam, einer kaufte jeden Morgen das Frühstück für die Familie. Er nahm ihre Gründe ernst und erkannte, dass eine Lektion nicht nur überzeugen, sondern im Leben der Kinder auch umsetzbar sein muss.[^11] Daraus zog er seinen Rat: „Mein Rat an einen Sonntagsschullehrer ist, den Unterricht dem Alter, der Mentalität, den Umständen und den Fähigkeiten der Kinder anzupassen, denen er dient.“[^12] Seither gliederte er den Stoff, den er unterrichtete, in vier Teile:[^13]

> **Merksatz**
>
> **Die vier Schritte einer Lektion nach Papst Schenouda III.**
>
> 1.  Das Thema erläutern und die geistlichen Lehren finden, die es enthält.
> 2.  Diese Lehren auf unser praktisches Leben anwenden.
> 3.  Die Hindernisse und Schwierigkeiten kennen und wissen, wie man sie überwindet.
> 4.  Wiederholung, Fragen und Gespräch über das Thema.

Diese Erfahrung zeigt, weshalb der dritte Schritt wichtig ist: Eine Aufgabe, die die Kinder nicht umsetzen können, bleibt Theorie. Darum fragst du schon in der Vorbereitung: Was könnte die Kinder hindern – die Eltern, die Schule, die Freunde? Wie überwinden sie das Hindernis, oder brauchen sie eine andere, machbare Anwendung?

Die Bausteine beschreiben, *woraus* eine Lektion besteht; die vier Schritte zeigen, *wie* der Inhalt vom Verstehen ins Leben geführt wird. Der erste Schritt gehört zu Ziel und Hauptteil, der zweite und dritte zur Anwendung, der vierte zum Abschluss.

| Schritt | Zachäus (Lk 19:1–10) |
|----|----|
| 1\. Thema erläutern, geistliche Lehren finden | Jesus sucht den Menschen, auch den, den alle verachten; wer Jesus aufnimmt, wird froh und ändert sein Leben. |
| 2\. Auf das Leben anwenden | Ich mache diese Woche etwas wieder gut, das ich falsch gemacht habe. |
| 3\. Hindernisse erkennen und überwinden | „Ich schäme mich.“ – „Die anderen lachen mich aus“, wie die Leute über Zachäus murrten (Lk 19:7). Hilfe: zuerst mit Jesus im Gebet darüber reden; klein beginnen; die Eltern um Rat fragen. |
| 4\. Wiederholung, Fragen, Gespräch | Was tat Zachäus, um Jesus zu sehen? Was sagte Jesus zu ihm? Was versprach Zachäus? Wem kannst du diese Woche etwas Gutes zurückgeben? |

Tabelle 8 · Die vier Schritte an einem Beispiel

## Zeit: etwa zwanzig Minuten reiner Inhalt

Kinder können nur begrenzt zuhören. Papst Schenouda III. schreibt über die Kleinen: „Ein Kind kann sich nicht auf eine lange Rede konzentrieren“; eine lange Geschichte erzählt man besser in mehreren kurzen Teilen.[^14] Für die Volksschule gilt: Der reine Inhalt – was du erzählst und erklärst – dauert höchstens etwa zwanzig Minuten; Gebet, Lied, Einstieg, Merkvers, Anwendung und Gespräch kommen dazu. Mit Älteren kann der Hauptteil länger werden, bleibt aber ein Gespräch (siehe den nächsten Vortrag). Wie lange eine Stunde in deiner Gemeinde dauert, sagt dir der Diener der Klasse oder der Dienstleiter.

Plane für jeden Baustein die Minuten. Wird die Zeit knapp, kürzt du Einzelheiten, nie das Ziel; für den Fall, dass du schneller fertig bist, hältst du eine kleine Reserve bereit – eine Frage, ein Lied.

## Das Vorbereitungsblatt

Halte für jede Lektion die wichtigsten Punkte schriftlich fest, damit du später auf sie zurückgreifen kannst. Das **Vorbereitungsblatt** im Arbeitsheft ordnet diese Punkte nach den sieben Bausteinen. Du hältst das Hauptziel mit Kopf, Herz und Hand fest und planst die Zeit für den Einstieg. Für den Hauptteil schreibst du die Kernaussage wörtlich auf. Auch Verständnisfragen, Anwendung und mögliche Hindernisse haben ihren Platz. Dazu kommen Datum, Schulstufe, Bibelstelle und Quellen, Material und Lieder, deine persönliche Besinnung und nach der Stunde Fragen wie: Was ist gelungen? Was ändere ich?

Bewahre die Blätter in einer Mappe auf; so siehst du später, was sich bewährt hat. Auf dem Blatt stehen keine Namen von Kindern und keine Angaben über ihre Familien.

## Für den Dienst

- **Wenn du in einer Klasse mitarbeitest, bereite jede Stunde mit dem Vorbereitungsblatt vor** – auch wenn du nur einen Teil übernimmst, etwa den Einstieg. Ziel, Anwendung und Gebet helfen dir genauso, wenn du in einem anderen Dienst Jugendlichen oder Älteren etwas erklärst oder in der Familie eine biblische Geschichte erzählst.
- **Bei deinen Hospitationen,** also wenn du einem erfahrenen Diener beim Unterrichten zuschaust, achtest du darauf, wie der Diener der Klasse sein Ziel erreicht. Wenn er es erlaubt, bitte ihn, dir seine Vorbereitung zu zeigen.
- **Wenn du eine fertige Lektion bekommst,** etwa vom Dienstleiter oder aus einem Lehrplan, liest du sie nicht einfach vor. Schreib ihr Ziel in einem Satz heraus, prüfe sie an den sieben Bausteinen, schlag die Bibelstellen nach und such Beispiele aus dem Alltag der Kinder deiner Klasse. Bei Fragen zur Lehre fragst du nach.
- **Plane deine Woche um den Sonntag.** Ein fester Zeitpunkt für Gebet und Vorbereitung schützt vor dem Improvisieren am Samstagabend.
- **Bete für die Kinder deiner Klasse** und bleib selbst ein Lernender: Lies Schrift und Väter nicht nur für die nächste Stunde, sondern für dein eigenes Leben.

## Das Wichtigste in Kürze

- Christus ist der Lehrer jedes Dieners: Er knüpfte an das Leben seiner Hörer an, sprach, wie sie es aufnehmen konnten, fragte, erschloss die Schrift und führte zum Tun.
- Dienen ist mehr als Wissen weitergeben: Es heißt, Seelen zu Gott zu führen. Darum heißt die Lektion vorbereiten, sich selbst geistlich vorbereiten (Joh 17:19).
- Die Vorbereitung beginnt früh und mit Gebet; du lehrst nicht deine eigene Meinung, sondern die Lehre der Kirche, aus mehreren kirchlichen Quellen.
- Jede Lektion hat ein Hauptziel und keine Nebenziele; es spricht Kopf, Herz und Hand an und passt zur Altersstufe. Das Ziel steht vor der Methode, denn die Methode dient dem Ziel.
- Die sieben Bausteine einer Lektion: Ziel, Einstieg, Hauptteil, Anwendung, Merkvers, Abschluss, Schlussgebet.
- Acht Möglichkeiten des Einstiegs: Fragen, Spiel mit Lehrziel, Wettbewerb, Film, Puppen, Geschichte (wahr oder erfunden), Anschauungsmittel, Bastelarbeit.
- Die vier Schritte nach Papst Schenouda III.: Thema erläutern und geistliche Lehren finden – auf das Leben anwenden – Hindernisse erkennen und überwinden – Wiederholung, Fragen und Gespräch.
- In der Volksschule dauert der reine Inhalt höchstens etwa zwanzig Minuten; geplant wird alles auf dem Vorbereitungsblatt.

## Zum Weiterlesen

- Papst Schenouda III.: *Wie man mit den Kindern umgeht*, Abschnitte „Hasst Verlängerung und liebt Wiederholungen“, „Der richtige Unterricht“ und „Die Geschichten“, S. 25–26 und 50–55.
- Hl. Augustinus: *Vom ersten katechetischen Unterricht*, Kap. 1–4 (über Ziel und Freude des Lehrens).
- Hl. Augustinus: *Vier Bücher über die christliche Lehre*, Buch IV, Kap. 15 und 27 (Gebet und Leben des Lehrers).
- Hl. Hieronymus: *Brief 52 an Nepotian*, Abschnitt 7.

## Anmerkungen

[^1]: Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. II, Nr. 4.

[^2]: Vgl. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. II, Abschnitt „Beispiele für den Unterricht“.

[^3]: Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. V.

[^4]: Ebd., Kap. II, Nr. 4.

[^5]: Augustinus, Vier Bücher über die christliche Lehre, Buch IV, Kap. 15,32.

[^6]: Vgl. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. II, Nr. 3.

[^7]: Hieronymus, Briefe, Brief 52,7 (an Nepotian).

[^8]: Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. III, Abschnitt „Demut im Lehren“.

[^9]: Augustinus, Vom ersten katechetischen Unterricht, Kap. 4,8.

[^10]: Papst Schenouda III., Wie man mit den Kindern umgeht, Abschnitt „Liebe zur Abwechslung“ (S. 33).

[^11]: Vgl. Papst Schenouda III., Wie man mit den Kindern umgeht, Abschnitt „Der richtige Unterricht“ (S. 51–52).

[^12]: Ebd., S. 50.

[^13]: Ebd., S. 52.

[^14]: Papst Schenouda III., Wie man mit den Kindern umgeht, Abschnitt „Hasst Verlängerung und liebt Wiederholungen“ (S. 25–26).
