Thema 3 · Vortrag 2
Die Lektion halten und auswerten – Hospitation und Übungsstunde
Phasen, Redeanteil, Auswertung und Hospitation
13 Min. LesezeitDie Sonntagsschullektion
Lernziele
- Die sieben Bausteine und das Hauptziel (Kopf – Herz – Hand) in Durchführung und Auswertung einer Stunde anwenden.
- Eine hospitierte Stunde mit dem Beobachtungsbogen auswerten.
Schlüsselbegriffe
Einstiegsphase · Erarbeitungsphase · Festigungsphase · Drittel-Regel · Verständnisfragen · Merkvers · Anwendung · Auswertung · Selbstprüfung · Hospitation · Beobachtungsbogen · Lehrprobe
Bibelstellen
Neh 8:8; Jak 1:22; Mt 7:24b; 2. Kor 9:7b; Gal 4:19; 1. Kor 8:1; Röm 2:21a; Phil 4:9; Mt 7:1; Mk 6:30; 2. Tim 2:2
Inhalt
Eine gut vorbereitete Lektion ist erst die halbe Arbeit. In der Stunde selbst zeigt sich, ob der Einstieg trägt, ob die Kinder mitdenken und ob das Ziel ankommt – und danach, ob etwas davon im Leben der Kinder Frucht bringt. Eine Stunde zu halten lernst du vor allem bei erfahrenen Dienern: in Hospitationen mit dem Beobachtungsbogen und in einer ersten eigenen Übungsstunde, die ein erfahrener Diener mit dir bespricht.
Die drei Phasen einer Stunde
Jede Stunde hat drei Phasen. In ihnen kommen die sieben Bausteine, die du im ersten Vortrag kennengelernt hast, zum Einsatz.
| Phase | Kennzeichen | Bausteine |
|---|---|---|
| Einstiegsphase | spannend, motivierend, sie wirft eine Frage oder ein Problem auf | Einstieg |
| Erarbeitungsphase | der Inhalt wird erzählt und erklärt; die Kinder denken mit und erarbeiten Antworten möglichst selbst | Hauptteil mit Kernaussage, Teile der Anwendung |
| Festigungsphase | das Erarbeitete wird gesichert und zusammengefasst – kein neuer Inhalt; sie schließt mit einer Botschaft, einer Aufforderung oder einer offenen Frage | Anwendung, Merkvers, Abschluss mit Verständnisfragen, Schlussgebet |
Die Festigungsphase wird oft unterschätzt. Wenn die Zeit knapp ist, fällt sie als Erstes weg – und mit ihr der Teil, der die Lektion im Gedächtnis und im Leben verankert. Plane sie deshalb fest ein und kürze im Notfall lieber eine Einzelheit im Hauptteil.
Für die Klassenführung helfen einige einfache Regeln: Stelle dich so, dass dich alle sehen, und nie mit dem Rücken zu den Kindern; eine Sitzordnung in U-Form lässt dich alle im Blick behalten. Bewege dich im Raum, halte Blickkontakt und sprich nicht eintönig, sondern mit Abwechslung in der Stimme. Sprich nicht zu schnell und achte darauf, ob die Kinder mitkommen. Und eine stille Klasse ist nicht immer eine aufmerksame Klasse: Manchmal sind die Kinder ruhig, weil sie mit den Gedanken längst woanders sind. Schon der heilige Augustinus rät, die Aufmerksamkeit ermüdeter Zuhörer neu zu wecken, etwa „von etwas recht Merkwürdigem und Staunenswertem“ zu sprechen, und empfiehlt sogar, den Zuhörern einen Sitz anzubieten, damit niemand vom Stehen ermüdet.1
Der Diener ist kein Prediger – die Drittel-Regel
Ein Prediger hält einen Vortrag: Er spricht, die anderen hören zu. Ein Diener in der Sonntagsschule führt ein Gespräch: Er erzählt, fragt, hört zu und lässt die Kinder selbst etwas beitragen. Daraus ergibt sich die Drittel-Regel: Der Diener redet höchstens etwa ein Drittel der Zeit; den Rest füllen die Beiträge, Antworten, Fragen und Tätigkeiten der Kinder. Mit Jugendlichen in der Oberstufe darf der Anteil des Dieners größer werden – das Gespräch bleibt aber das Ziel.
Kinder lernen nicht nur durch Hören, sondern durch Sehen und Tun. Ein schönes Beispiel dafür erzählen die Aussprüche der Wüstenväter vom heiligen Antonius dem Großen:
Als Antonius in der Wüste mutlos war und Gott fragte, wie er das Heil erlangen könne, sah er einen, der ihm glich: „Er saß da und arbeitete, stand dann von der Arbeit auf und betete, setzte sich wieder und flocht an einem Seil, erhob sich dann abermals zum Beten; und siehe, es war ein Engel des Herrn, der gesandt war, Antonius Belehrung und Sicherheit zu geben. Und er hörte den Engel sprechen: ‚Mach es so und du wirst das Heil erlangen.‘“2 Der Engel hielt keinen langen Vortrag: Er zeigte dem Mutlosen den Weg und sagte nur ein kurzes Wort dazu, und Antonius tat es nach.
So ist es auch in der Klasse: Zum Hören gehören das Sehen und das eigene Tun – beten, eine Bibelstelle aufschlagen, eine Geschichte nachspielen, etwas für andere vorbereiten.
Erzählen, Fragen, Merkvers, Anwendung
Erzählen. Papst Schenouda III. sagt: „Wenn ein Kind in die Sonntagsschule geht und keine Geschichte hört, ist das so, als hätte es keine Lehre erhalten.“3 Die Geschichte ist das Herz der Lektion. Für das Erzählen gelten einige Regeln: nur eine Geschichte in der Lektion, die zum Thema passt; die Geschichte als Geschichte erzählen, ohne zu viele Kommentare; die Vorstellungskraft der Kinder lenken, ohne sie einzuengen. Erzähle frei, aber nah an der Schrift; nimm die Bibel in die Hand, damit die Kinder sehen, woher die Geschichte kommt. Schon in den Tagen Esras las man das Gesetz vor und erklärte es: „Man las aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, in Abschnitten vor und gab dazu Erklärungen, sodass die Leute das Vorgelesene verstehen konnten“ (Neh 8:8). Bei Märtyrergeschichten gilt für Kinder: Erzähle nicht von Qualen, die Angst machen, sondern „vom Mut der Märtyrer“ und davon, „wie sie den Drohungen der Machthaber furchtlos begegneten“.4
Fragen. Es gibt zwei Arten von Fragen. Verständnisfragen prüfen, was die Kinder behalten haben; sie haben eine richtige Antwort und sind keine Ja-Nein-Fragen (siehe den ersten Vortrag). Gesprächsfragen sind offen: „Was hättest du an seiner Stelle getan?“ „Wo erlebst du so etwas?“ Sie gehören zum vierten Schritt nach Papst Schenouda III. – Wiederholung, Fragen und Gespräch. Der heilige Augustinus rät, schüchterne Hörer durch freundliche Behandlung zu ermutigen; man „muss sich durch Fragen von seinem Verständnis überzeugen und muss ihm Mut einsprechen, sich frei darüber zu äußern“.5 Lass den Kindern Zeit zum Nachdenken, bevor du selbst antwortest, und beschäme niemanden für eine falsche Antwort.
Merkvers. Lerne den Merkvers mit den Kindern gemeinsam: vorlesen, aufschreiben, mehrmals zusammen sprechen, in Teilen wiederholen; am Ende können die Kinder den Vers einzeln aufsagen, wenn sie möchten. Papst Schenouda III. betont den Wert des Auswendiglernens in der Kindheit: „Ein Sonntagsschullehrer, der es vernachlässigt, den Kindern das Auswendiglernen beizubringen, versäumt es in der Tat, die Vorteile eines solchen Lebensabschnitts zu nutzen.“6 Wiederhole den Vers in der nächsten Stunde.
Anwendung. Die Anwendung gehört zu jeder Lektion. Jakobus schreibt:
Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst betrügt ihr euch selbst.
Und Christus sagt: Wer seine Worte hört und danach handelt, „ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute“ (Mt 7:24b). Erkläre die Anwendung deshalb so, dass jedes Kind weiß, was es diese Woche tun kann. Knüpfe in der nächsten Stunde daran an: „Wem ist es gelungen? Was war schwer?“ Dabei geht es nicht um Kontrolle, sondern um Ermutigung; niemand wird bloßgestellt, der es nicht geschafft hat.
Die Freude des Lehrenden
Kinder spüren sofort, ob ein Diener gern bei ihnen ist. Der heilige Augustinus schreibt dem Diakon Deogratias, einem Katecheten, also einem Lehrer des Glaubens, der sich über seinen eigenen Unterricht ärgerte:
Dabei ist es Tatsache, dass man auch uns umso lieber zuhört, je mehr wir selber Freude an dem behandelten Gegenstand haben; denn wenn wir freudig gestimmt sind, so wirkt das auf den Fluss der Rede in der Weise ein, dass wir sowohl leichter als auch lieblicher reden. … aber wie es anzustellen ist, dass der Katechet mit der größtmöglichen Freudigkeit lehre – denn je größer diese ist, umso lieber wird man ihm zuhören –, das ist es, worauf alles ankommt.7
Augustinus begründet das mit dem Wort des Apostels: „Gott liebt einen fröhlichen Geber“ (2. Kor 9:7b). Wer Gottes Wort weitergibt, gibt etwas – und soll es fröhlich tun. Diese Freude kann man nicht herstellen; man kann sie erbitten, denn „diese Freudigkeit aber zur rechten Stunde zu geben, das vermag nur die Barmherzigkeit dessen, der solche Befehle gegeben hat“.8 Augustinus erinnert auch an Paulus, der für seine Gemeinde „klein geworden“ ist, „wie eine Amme, die ihrer Kinder wartet“9 – aus Liebe lässt sich der Lehrer auf die Ebene der Kleinen herab. Und wenn ein Hörer trotz allem kaum zugänglich ist, rät er, „mehr für ihn zu Gott, als vor ihm von Gott zu sprechen“.10
Die Stunde auswerten: Wachstum in Kopf, Herz und Hand
Nach jeder Stunde nimmst du dir einige Minuten und fragst dich drei Dinge:
- Haben die Kinder verstanden? Die Antworten auf die Verständnisfragen zeigen es. Wenn die Kinder sich schwertun, erklärst du den Gedanken in der nächsten Stunde noch einmal.
- Hat der Aufbau funktioniert? War der Einstieg kurz und hat er zum Ziel geführt? Blieben die Kinder bei der Geschichte? Passte der Merkvers? War die Anwendung machbar?
- Haben die Kinder mitgemacht? Haben sie zugehört, gefragt, sich gemeldet? Wenn nicht: Habe ich zu viel geredet? War der Inhalt zu schwer oder zu leicht?
Halte das Wichtigste im Feld „Nach der Stunde“ deines Vorbereitungsblatts fest. So wirst du von Stunde zu Stunde besser.
Doch die Auswertung einer einzelnen Stunde ist nicht alles. Das eigentliche Ziel der Sonntagsschule sind nicht kluge Kinder, sondern Kinder, in denen Christus Gestalt annimmt. Paulus schreibt den Galatern:
bei euch, meinen Kindern, für die ich von neuem Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt annimmt.
Darum achtest du über längere Zeit auf alle drei Bereiche deines Hauptziels. Beim Kopf fragst du, ob die Kinder die Geschichten und Verse kennen und verstehen. Beim Herzen achtest du darauf, ob sie gern kommen und beten und ob sie die Kirche lieben. Bei der Hand fragst du, ob das Gelernte ihr Verhalten zu Hause, in der Schule und unter Freunden prägt. Wissen allein genügt nicht; Paulus warnt, dass die Erkenntnis aufbläht, die Liebe aber aufbaut (vgl. 1. Kor 8:1).
Drei Grundsätze gelten dabei. Erstens: Geistliches Wachstum wird nicht in Punkten gemessen; Bögen und Notizen beschreiben, sie benoten nicht. Zweitens: Du schreibst keine Listen mit Namen von Kindern und mit Angaben über ihre Familien; was du über ein Kind wissen musst, besprichst du, wo nötig, mit dem Diener der Klasse oder dem Priester. Drittens: Wachstum braucht Zeit. Papst Schenouda III. sagt: „Die Spiritualität der Kinder braucht Geduld und Langmut: Wir müssen Gott das ganze göttliche Werk in ihnen tun lassen.“11
Tägliche Selbstprüfung
Bevor du die Kinder beurteilst, schau auf dich selbst. Paulus hält dem, der andere belehrt, einen Spiegel vor: „Du belehrst andere Menschen, dich selbst aber belehrst du nicht“ (Röm 2:21a). Papst Schenouda III. gibt dem Diener eine Frage für jeden Tag mit:
Frag dich jeden Tag, ob du einen neuen Beitrag zu dem Reich Gottes leistest und dessen Ertrag vergrößerst? Und ob du in der Lage warst, das Wort Gottes an andere weiterzugeben?12
In The Spiritual Ministry nennt er drei Bereiche, in denen sich der Diener prüfen soll: Ist sein Dienst geistlich? Ist sein eigenes Leben geistlich? Wachsen seine Kinder geistlich?13 Daraus ergeben sich Fragen wie diese: Bete ich für die Lektion und für die Kinder? Lebe ich, was ich lehre? Gehe ich zur Beichte und zur heiligen Kommunion? Bereite ich mich rechtzeitig vor? Kenne ich die Kinder meiner Klasse? Diese Selbstprüfung ist eine Sache zwischen dir und Gott; sprich darüber, wenn du willst, mit deinem Beichtvater.
Hospitation mit dem Beobachtungsbogen
Wie lernt man, eine Stunde zu halten? Zu einem guten Teil durch Zuschauen bei erfahrenen Dienern. Paulus schreibt: „Was ihr gelernt und angenommen, gehört und an mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein“ (Phil 4:9).
Eine Hospitation ist ein Besuch in einer Sonntagsschulklasse, bei dem du die Stunde eines erfahrenen Dieners beobachtest, um daraus zu lernen.
Vor dem Besuch. Sprich den Besuch mit dem Diener der Klasse und mit dem Dienstleiter ab, komm pünktlich und nimm den Beobachtungsbogen mit. Lies vorher noch einmal, was Thema 2 („Vorbild, Verhalten und Schutz“) über Nähe und Distanz sagt.
Während der Stunde. Du bist Gast. Lass dich vom Diener der Klasse den Kindern vorstellen. Du beobachtest und greifst nicht ein, außer der Diener bittet dich darum. Während der Stunde notierst du nur wenige Stichworte, den Rest gleich danach. Du achtest auf Nähe und Distanz und begegnest den Kindern mit Respekt. Auf dem Bogen stehen keine Namen von Kindern. Auf dem Beobachtungsbogen (im Arbeitsheft) hältst du fest, was du in sechs Bereichen siehst:
- Einstieg: Welche Möglichkeit wurde gewählt? Hat sie zum Ziel geführt?
- Erzählung: Wie wurde die Geschichte erzählt? War sie nah an der Schrift?
- Methode: Welche Mittel wurden eingesetzt, und wie dienten sie dem Ziel?
- Klassenführung: Wie hat der Diener die Aufmerksamkeit gehalten? Wie war der Redeanteil?
- Unterschiede in der Gruppe: Wie ist der Diener auf Kinder verschiedenen Alters, verschiedener Sprache oder mit besonderen Bedürfnissen eingegangen?
- Gebet: Wie wurden Anfang und Schluss mit Gebet gestaltet?
Dazu notierst du, welches Ziel du erkannt hast, ob es eine Anwendung gab und was du für deinen eigenen Dienst mitnimmst. Der Bogen hat keine Punkte: Du beschreibst, du benotest nicht.
Nach der Stunde. Bedanke dich beim Diener der Klasse. Danach kannst du auf dem Blatt „Hospitationsbericht“ im Arbeitsheft in etwa einer Viertelstunde festhalten, was du für deinen eigenen Dienst gelernt hast. Du beobachtest, um zu lernen, nicht um zu urteilen. „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!“ (Mt 7:1). Was dir nicht gelungen schien, ist eine Frage für dein eigenes Lernen, kein Urteil über einen Mitdiener.
Lernen in Begleitung
Dienen lernt man in Begleitung. Als die Apostel von ihrer ersten Aussendung zurückkamen, taten sie, was jeder Diener nach seinem Dienst tun soll:
Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.
Hospitationen in allen Altersstufen. Deine erste Hospitation wertest du ausführlicher aus; sie ist die Hausaufgabe zu diesem Vortrag. Danach lohnt es sich, im Lauf der Zeit Stunden in allen Altersstufen zu besuchen, vom Kindergarten über die Volksschule bis zur Unterstufe und Oberstufe.
Mitarbeit in kleinen Schritten. Wenn du in einer Klasse mitarbeitest, übernimmst du zuerst einen kleinen Teil der Stunde, etwa den Einstieg, den Merkvers oder das Schlussgebet, und bereitest ihn mit dem Vorbereitungsblatt vor. Hinterher besprichst du mit dem Diener der Klasse, wie es gegangen ist – so wie die Apostel Jesus berichteten.
Die Lehrprobe. Später hältst du eine ganze Stunde selbst.
Eine Lehrprobe ist eine Übungsstunde, die du selbst hältst und danach mit einem erfahrenen Diener besprichst.
Der erfahrene Diener beobachtet die Stunde mit dem Beobachtungsbogen. Im Gespräch danach geht es nicht um eine Note, sondern um die Fragen, die du schon kennst: Was ist gelungen? Was mache ich beim nächsten Mal anders?
Deine Erfahrungen besprichst du auch im Kurs mit den anderen, zum ersten Mal in Thema 9 („Kinder und Jugendliche unterrichten“). So wird weitergegeben, was Paulus Timotheus aufträgt: „Was du vor vielen Zeugen von mir gehört hast, das vertrau zuverlässigen Menschen an, die fähig sind, auch andere zu lehren“ (2. Tim 2:2).
Für den Dienst
- Vereinbare deine erste Hospitation bald und nimm den Beobachtungsbogen mit.
- Achte in jeder Stunde auf deinen Redeanteil. Frag dich hinterher: Wie viel habe ich gesprochen, wie viel die Kinder?
- Plane die Festigungsphase fest ein und knüpfe in der nächsten Stunde an die Anwendung an.
- Bitte Gott um die Freude am Lehren – besonders an Tagen, an denen du müde oder unzufrieden bist.
- Prüfe dich täglich mit der Frage von Papst Schenouda III. und lass dich von einem erfahrenen Diener und von deinem Beichtvater begleiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Stunde hat drei Phasen: Einstiegsphase, Erarbeitungsphase und Festigungsphase; die Festigungsphase bringt keinen neuen Inhalt und darf nicht wegfallen.
- Der Diener ist kein Prediger: Er redet höchstens etwa ein Drittel der Zeit; die Kinder hören, sehen und tun.
- Zur Durchführung gehören eine gut erzählte Geschichte, Verständnis- und Gesprächsfragen, ein gemeinsam gelernter Merkvers und eine Anwendung, die nicht wegfallen darf (Jak 1:22).
- Der heilige Augustinus lehrt: Je größer die Freude des Lehrenden, umso lieber hört man ihm zu – und diese Freude erbittet man von Gott.
- Ausgewertet wird jede Stunde (Verstehen, Aufbau, Mitmachen) und über längere Zeit das Wachstum der Kinder in Kopf, Herz und Hand – ohne Punkte, ohne Namenslisten, mit Geduld (Gal 4:19).
- Zur Auswertung gehört die tägliche Selbstprüfung des Dieners; sie ist eine Sache zwischen ihm und Gott.
- Bei der Hospitation beobachtest du mit dem Beobachtungsbogen Einstieg, Erzählung, Methode, Klassenführung, den Umgang mit Unterschieden in der Gruppe und das Gebet, um zu lernen, nicht um zu urteilen.
- Dienen lernt man in Begleitung: durch Hospitationen in allen Altersstufen, durch Mitarbeit in kleinen Schritten und durch die Lehrprobe, eine Übungsstunde, die ein erfahrener Diener mit dir bespricht.
Zum Weiterlesen
- Hl. Augustinus: Vom ersten katechetischen Unterricht, Kap. 10–14 (über die Freude des Lehrenden).
- Papst Schenouda III.: Wie man mit den Kindern umgeht, Abschnitte „Erinnerungsvermögen“, „Die Geschichten“ und „Wie man die Geschichten von Märtyrern erzählt“, S. 40–41, 54–57.
- Papst Schenouda III.: Heiliger Eifer, Kap. 3.
- Hl. Augustinus: Vier Bücher über die christliche Lehre, Buch IV, Kap. 27 (das Leben des Lehrers).
Anmerkungen
Augustinus, Vom ersten katechetischen Unterricht, Kap. 13,19.↑
Apophthegmata Patrum, Nr. 1 (Antonius 1).↑
Papst Schenouda III., Wie man mit den Kindern umgeht, Abschnitt „Die Geschichten“ (S. 54).↑
Papst Schenouda III., Wie man mit den Kindern umgeht, Abschnitt „Wie man die Geschichten von Märtyrern erzählt“ (S. 55).↑
Augustinus, Vom ersten katechetischen Unterricht, Kap. 13,18.↑
Papst Schenouda III., Wie man mit den Kindern umgeht, Abschnitt „Erinnerungsvermögen“ (S. 40).↑
Augustinus, Vom ersten katechetischen Unterricht, Kap. 2,4.↑
Ebd.↑
Augustinus, Vom ersten katechetischen Unterricht, Kap. 10,15.↑
Augustinus, Vom ersten katechetischen Unterricht, Kap. 13,18.↑
Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. V.↑
Papst Schenouda III., Heiliger Eifer, Kap. 3, Abschnitt „Ein fruchtbarer und aktiver Eifer“.↑
Vgl. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. V.↑