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Thema 40 · Vortrag 2

Leitung im Dienst

Dienen, überzeugen, zusammenarbeiten

13 Min. LesezeitJüngerschaft und Leitung

Lernziele

  1. Leitung als Dienst erklären (Mk 10:42⁠–⁠45; Joh 13:14) und Grundsätze für Zurechtweisung und Umgang mit Kritik nennen.
  2. Ein Dienertreffen oder einen Tag eines Sommerprogramms planen.

Schlüsselbegriffe

Leitung · Dienstleiter · Fußwaschung · Lakkan · Überzeugung · Milde und Festigkeit · Zurechtweisung · Unparteilichkeit · Kritik · Teamarbeit · Delegation · Dienertreffen · Sommerprogramm

Bibelstellen

Mk 10:35⁠–⁠37; Mk 10:42⁠–⁠45; Joh 13:4⁠–⁠5; Joh 13:12⁠–⁠15; 1. Petr 5:2⁠–⁠3; 2. Kor 1:24; 1. Kor 4:21; 2. Tim 4:2; Mt 18:15; Gal 6:1; 1. Sam 25:32⁠–⁠33; Mt 7:3⁠–⁠5; 2. Kor 2:7⁠–⁠8; Gen 37:3⁠–⁠4; Jak 2:1; 1. Tim 5:21; Spr 12:1; Spr 27:6; 1. Kor 12:21; 1. Kor 12:26; Ex 18:13; Ex 18:17⁠–⁠18; Ex 18:21⁠–⁠22; Apg 6:2⁠–⁠4; Apg 2:42; Lk 9:14; 1. Kor 14:40

Inhalt

Wer Kinder und Jugendliche begleitet, leitet schon: eine Klasse, eine Gruppe im Sommerprogramm, bald vielleicht ein Dienertreffen oder einen neuen Diener. Christus hat gezeigt, was Leitung in seiner Kirche heißt: dienen, nicht herrschen. An diesem Maßstab lernst du, im Dienst zu überzeugen statt zu zwingen und mit Mitdienern so umzugehen, wie er mit seinen Jüngern umging.

Leitung als Dienst nach dem Bild Christi

Als Jakobus und Johannes um die Plätze rechts und links neben ihm baten (Mk 10:35⁠–⁠37), rief der Herr die Zwölf zusammen:

Heilige Schrift

Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Mk 10:42b–45

Am Abend vor seinem Leiden zeigte er es mit der Tat. Er „stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen“ (Joh 13:4⁠–⁠5a). Danach sagte er: „Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen“ (Joh 13:14).

Die Fußwaschung (Joh 13:4⁠–⁠15)
Begriff
Leitung

Leitung im Dienst heißt, Verantwortung für andere zu tragen – für Kinder, eine Klasse oder ein Team – nach dem Vorbild Christi: dienend, durch Überzeugung, in Liebe und Gerechtigkeit und in Gemeinschaft mit der Kirche. Wer für einen Bereich der Sonntagsschule verantwortlich ist, heißt Dienstleiter.

Die Kirche hält diese Lektion jedes Jahr lebendig: Am Gründonnerstag (Donnerstag des Bundes) feiert sie das Lakkan, die Wasserweihe, und danach wäscht der Priester den Gläubigen die Füße, wie der Herr seinen Jüngern.1 Papst Tawadros II. sagt dazu:

Aus der Lehre unserer Päpste

In der Kirche gibt es keine Beförderungen. Das ist ein weltliches Konzept. Aber das spirituelle Konzept von Beförderungen in der Kirche und im Dienst besteht darin, sich zu bücken, um die Füße zu erreichen. Je mehr Verantwortung Sie tragen, desto mehr müssen Sie sich beugen.2

– Papst Tawadros II., Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen, S. 55

Leitung ist kein Aufstieg in eine Machtstellung: „seid nicht Beherrscher eurer Gemeinden, sondern Vorbilder für die Herde!“ (1. Petr 5:3). Wer leitet, wird genau beobachtet. Der heilige Ambrosius von Mailand schrieb seinen Klerikern, den Geistlichen seiner Kirche: „… in der Haltung des Körpers verrät sich der Zustand des Geistes.“3 Das gilt zuerst für den Leiter selbst: Wie er auftritt und mit anderen umgeht, lehrt mehr als seine Worte.

Überzeugen statt zwingen

Der heilige Johannes Chrysostomus vergleicht den Hirten mit einem Arzt. Ein Schafhirt kann seine Tiere binden und zur Arznei zwingen; bei Menschen geht das nicht:

Aus den Vätern

Am allerwenigsten ist es den Christen erlaubt, mit Gewalt die Fehler der Sünder bessern zu wollen. […] Bei uns aber gilt es, einen solchen Menschen nicht durch Zwang, sondern durch Überzeugung zu bessern.4

– Hl. Johannes Chrysostomus, Über das Priestertum, Buch II, Kap. 3

Er beruft sich auf Paulus: „Wir wollen ja nicht Herren über euren Glauben sein, sondern wir sind Helfer zu eurer Freude“ (2. Kor 1:24a). Dasselbe lehrt der Katechismus von Abuna Tadros Y. Malaty für jeden, der Verantwortung trägt: „Wir sollten von anderen nicht verlangen, uns zu gehorchen, ohne mit ihnen darüber zu sprechen und ihnen den Grund zu erklären.“5 Und Papst Schenouda III. schreibt: „Die Aufgabe des Menschen ist es, die Wahrheit zu bezeugen und keinesfalls Menschen zu zwingen, Gutes zu tun.“ Gott selbst hat „die Menschen mit einem freien Willen geschaffen, um das Gute nach ihrem Willen zu tun. Gott zwingt nicht“.6

Leitung in der Kirche ist deshalb keine Befehlskette, in der einer anordnet und die anderen nur ausführen: „Der Priester ist für das Volk da und nicht das Volk für den Priester.“7

Zwischen Milde und Festigkeit

Leiten verlangt beides: Milde und Festigkeit. Paulus fragt die Korinther: „Soll ich mit dem Stock zu euch kommen oder mit Liebe und im Geist der Sanftmut?“ (1. Kor 4:21b), und er mahnt Timotheus: „weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung“ (2. Tim 4:2b). Der heilige Ambrosius nennt das rechte Maß:

Aus den Vätern

Im Amte aber soll geziemenderweise weder schroffe Strenge noch zu große Nachgiebigkeit walten, um uns nicht den Anschein zu geben, es sei uns bloß um Ausübung der Macht zu tun, oder aber wir füllten keineswegs den übernommenen Dienst aus.8

– Hl. Ambrosius von Mailand, Von den Pflichten der Kirchendiener, Buch II, Kap. 24,120

Papst Schenouda III. warnt vor beiden Fehlern. Gegen die Härte: „Eifer bedeutet also nicht Strenge in der Leitung und im Geben von Führung.“9 Gegen die falsche Milde: „Aber die wahre Liebe besteht darin, diesen Menschen vor seinen Sünden zu bewahren, auch wenn es bedeutet, ihn zu tadeln, bis er sie aufgibt.“10 Was im Einzelfall richtig ist, lehrt die Weisheit: „Wann ist Freundlichkeit das Richtige und wann ist Festigkeit angesagt? […] Es ist die Weisheit, die das richtige Verhalten zur richtigen Zeit auslöst“.11

Festigkeit heißt im Dienst nie Härte gegen Kinder. Der Diener straft nicht; das kennst du aus Thema 2 („Vorbild, Verhalten und Schutz“). Festigkeit zeigt sich in klaren Regeln, die freundlich und beständig gelten, und darin, dass man Schwierigkeiten nicht verschweigt, sondern mit dem Dienstleiter und, wo nötig, mit den Eltern bespricht. Hat die Gruppe vorher Folgen vereinbart, setzt der Diener sie ruhig um; sie vergelten nichts und beschämen nicht, sondern helfen dem Kind, es besser zu machen.

Zurechtweisen

Manchmal muss ein Leiter einen Mitdiener oder einen Jugendlichen auf einen Fehler ansprechen. Die Schrift und die Väter geben dafür Grundsätze:

  1. Nicht vorschnell, sondern geprüft. Papst Schenouda III. warnt vor einer Zurechtweisung, „die verurteilt, ohne Beweise zu haben“.12
  2. Unter vier Augen. „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht“ (Mt 18:15a). Der Katechismus mahnt, dass „wir ihn nicht bloßstellen dürfen – nicht einmal unter Freunden und selbst dann nicht, wenn er im Unrecht ist“.13
  3. In Liebe und Sanftmut. „so sollt ihr, die ihr vom Geist erfüllt seid, ihn im Geist der Sanftmut wieder auf den rechten Weg bringen. Doch gib Acht, dass du nicht selbst in Versuchung gerätst“ (Gal 6:1b).
  4. Mit Wertschätzung. Als Abigajil David vor einer Bluttat bewahrte, dankte er ihr: „Gepriesen sei deine Klugheit“ (1. Sam 25:33a). Papst Schenouda III. sagt: „Sie verband indirekte Vorwürfe mit Wertschätzung, Respekt und offensichtlichem Lob, wodurch sie sein Herz für sie öffnete.“14
  5. Zuerst bei sich selbst. „Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen“ (Mt 7:5b).
  6. Zum Aufbau, mit Hoffnung und Versöhnung. „Zu retten ist besser als zu verurteilen.“15 Paulus verlangt für den Bestraften in Korinth: „Jetzt sollt ihr lieber verzeihen und trösten, damit der Mann nicht von allzu großer Traurigkeit überwältigt wird“ (2. Kor 2:7). Wer eine Entschuldigung nicht annimmt, tadelt falsch.16

Vor jedem schwierigen Gespräch helfen die zwei Fragen Papst Schenoudas III.: „Welches Ziel verfolge ich mit der Zurechtweisung dieser Person? Und welche Methode wende ich an?“17 Ein Vorbild ist der heilige Erzdiakon Habib Girgis, der die Sonntagsschulen aufgebaut hat: „Es kam nie vor, dass er die Schwachen kritisierte […]. Aber wenn er jemals einen Mangel oder Fehler fand, versuchte er, ihn zu beheben, ohne jemanden zu verurteilen.“18

Unparteilich sein

Jakob liebte Josef mehr als seine anderen Söhne; „Als seine Brüder sahen, dass ihr Vater ihn mehr liebte als alle seine Brüder, hassten sie ihn“ (Gen 37:4a). Bevorzugung zerstört Gemeinschaft – in einer Familie, in einer Klasse und in einem Dienerteam. Jakobus mahnt: „haltet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit, frei von jedem Ansehen der Person“ (Jak 2:1b),19 und Paulus schreibt dem Timotheus: „Befolge dies alles ohne Vorurteil und vermeide jede Bevorzugung!“ (1. Tim 5:21b). Der heilige Ambrosius verlangt, dass der Vorsteher der Kirche seine Gunst „unter Wahrung der Gerechtigkeit“ erweist und jedem Mitarbeiter „wie einem Bruder Achtung bezeugt“.20

Gerecht ist nur, wer beide Seiten hört. Papst Schenouda III. deutet die zwei Ohren des Menschen: „Mit nur einem Ohr könntest du nicht gerecht sein, du könntest einigen Menschen Unrecht tun und ohne guten Grund ein schlechtes Verhältnis zu anderen haben. Wenn dir also jemand ins Ohr flüstert, sage dir selbst: ‚Wo ist mein anderes Ohr?‘“21 Unparteilich ist auch, wer Aufgaben gerecht verteilt: nicht die angenehmen sich selbst und die mühsamen den anderen.

Mit Kritik umgehen

Wer leitet, wird kritisiert. Die Schrift sagt: „Wer Zucht liebt, liebt Erkenntnis, wer Zurechtweisung hasst, ist dumm“ (Spr 12:1),22 und: „Treu gemeint sind die Schläge eines Freundes“ (Spr 27:6a). Papst Schenouda III. erzählt von einem Mann, der sich nur mit zustimmenden Anhängern umgab: „So verlor er Freundschaft und aufrichtigen Rat, und er verlor die Demut des Herzens und der Gedanken“.23

Kritik anhören heißt aber nicht, sich von jeder Meinung treiben zu lassen. Der Leiter hört die verschiedenen Meinungen an und fragt erfahrene Menschen um Rat; „Dann kann er sorgfältig prüfen und aus dem Gehörten das Beste und Wahre herausfinden, ohne dass er sich von allem, was er hört, leiten lassen muss!“24 Für den Umgang mit Kritik heißt das:

  • zuhören, ohne sich sofort zu verteidigen, und danken;
  • prüfen, was wahr ist, und es annehmen – auch wenn es weh tut;
  • Fehler zugeben und um Entschuldigung bitten;
  • unberechtigte Kritik ruhig klären und nicht nachtragen;
  • selbst so kritisieren, wie man kritisiert werden möchte: mit Lösungen. „Wie viele sind es, die mir ihre Probleme bringen, und wie wenige diejenigen, die mir Lösungen bringen!“25

Teamarbeit und Delegation

Kein Diener dient allein. Papst Schenouda III. fordert: „Wir müssen unsere Kinder zur Teamarbeit erziehen, oder zur Arbeit mit einer Gruppe in Kooperation und Harmonie, um ein gemeinsames Ziel aus Liebe und Selbstverleugnung zu erreichen.“26 Das Bild dafür ist der Leib: „Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich bin nicht auf dich angewiesen“ (1. Kor 12:21a). Darum sollen die Diener einander ohne Neid begegnen: „Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm“ (1. Kor 12:26). Der heilige Ambrosius mahnt den Vorsteher, keinen Anstoß zu nehmen, wenn ein Mitarbeiter wegen seiner Tugend oder seines Wissens „in der Achtung steigt“: „… die Gunst der Gemeinde bedeutet Lob für den Lehrer.“27

Begriff
Delegation

Delegation heißt, eine Aufgabe einem anderen zu übertragen und ihn dabei zu begleiten.

Mose sprach allein für das ganze Volk Recht, und die Leute mussten „vom Morgen bis zum Abend“ anstehen (Ex 18:13b). Da sagte sein Schwiegervater:

Heilige Schrift

Es ist nicht richtig, wie du das machst. So richtest du dich selbst zugrunde und auch das Volk, das bei dir ist. Das ist zu schwer für dich; allein kannst du es nicht bewältigen.

Ex 18:17b–18

Mose sollte sich „nach tüchtigen, gottesfürchtigen und zuverlässigen Männern“ umsehen; sein Schwiegervater riet: „Entlaste dich und lass auch andere Verantwortung tragen!“ (Ex 18:21a.22b). Die Apostel taten dasselbe, als sie sieben Männer „von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit“ für den Dienst an den Tischen wählen ließen, um selbst „beim Gebet und beim Dienst am Wort“ zu bleiben (Apg 6:3⁠–⁠4). Papst Schenouda III. sagt: „Wenn du weißt, was du tun sollst, dann tu es. Und wenn du es nicht weißt, dann frag die, die es wissen, oder gib die Aufgabe an die weiter, die es wissen.“28 Von Habib Girgis heißt es: „Er ermutigte viele Menschen, in diesem Bereich zu helfen und mitzuwirken“ – und „Tausende wurden Lehrer“.29

Aus den fünf Schritten des ersten Vortrags folgt für die Delegation: eine klare Aufgabe vereinbaren, darauf vorbereiten, Vertrauen schenken und danach miteinander sprechen. Wer alles selbst macht, überfordert sich und nimmt den anderen die Möglichkeit zu wachsen.

Dienertreffen und Sommerprogramm leiten

Das Dienertreffen

Begriff
Dienertreffen

Das Dienertreffen ist das regelmäßige Treffen der Diener zu Gebet, Vorbereitung und Austausch.

Es ähnelt der ersten Gemeinde: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten“ (Apg 2:42). Ein gutes Dienertreffen hat eine klare Ordnung:

  1. Gebet zu Beginn und am Schluss; ein Wort aus der Schrift, eine kurze Betrachtung oder ein Wort der Väter;
  2. Rückblick: Wie geht es den Kindern? Wer fehlt? Wer braucht einen Besuch oder ein Gebet?
  3. Planung: Lektionen, Feste, Ausflüge; Aufgaben werden verteilt und aufgeschrieben;
  4. Weiterbildung: ein kurzer Impuls zu Methode oder Lehre;
  5. Absprache mit dem Priester über alles Neue.

Was beschlossen wird, muss nachverfolgt werden: „… ohne Verfolgung werden Beschlüsse nur zu einer schönen Erinnerung und wie leicht vergessen wir sie mit der Zeit!“30 Was über Kinder und Familien gesagt wird, bleibt im Treffen; niemand wird bloßgestellt. Wer sich um ein Kind sorgt, spricht mit dem Priester.

Ein Tag im Sommerprogramm

Für einen Tag im Sommerprogramm gilt dasselbe. Papst Schenouda III. nennt es einen häufigen Fehler zu sagen: „Es soll so sein, wie Gott es segnet“, und dann ohne Vorbereitung alles laufen zu lassen – „Als ob der Segen Gottes in irgendeiner Weise gegen ein geordnetes Vorgehen wäre!“31 Bei der Brotvermehrung ließ der Herr das Volk sich „in Gruppen zu ungefähr fünfzig“ setzen (Lk 9:14b). Zur Planung gehören:

  • Ziel und Thema des Tages, passend zur Altersstufe, mit einem Lernvers;
  • Ablauf mit Zeiten: Gebet oder Liturgie, Lektion, Spiel, Basteln oder Singen, Essen, Abschluss;
  • Aufgaben: Wer leitet welchen Teil, wer sorgt für Material, Essen und Erste Hilfe, wer weiß jederzeit, welche Kinder da sind?
  • Sorge für die Kinder: genug Dienerinnen und Diener für die Zahl der Mädchen und Burschen, in jeder Gruppe mindestens zwei; das Programm ist mit dem Priester abgesprochen; die Eltern sind einverstanden, und Ablauf, Abholung und gesundheitliche Fragen sind vorher mit ihnen besprochen; im Notfall handeln die Diener selbst und sofort, rufen den Notruf und holen Hilfe, danach informieren sie den Priester und die Eltern;
  • Haltung: den ganzen Tag über wie in der Kirche – Nähe und Distanz, kein falsches Wort, keine falsche Berührung; um die Mädchen kümmern sich die Dienerinnen, um die Burschen die Diener (Thema 2);
  • Auswertung am Ende des Tages im Team.

Sorge für einen ruhigen Ablauf; Paulus sagt: „Doch alles soll in Anstand und Ordnung geschehen“ (1. Kor 14:40).

Für den Dienst

  • Beuge dich, wenn du Verantwortung trägst. Übernimm auch die unbeliebten Aufgaben und danke deinen Mitdienern.
  • Erkläre, statt zu befehlen.
  • Sprich Fehler unter vier Augen an, mit Wertschätzung und einem Vorschlag, wie es besser geht.
  • Hör beide Seiten, bevor du urteilst, und bevorzuge niemanden.
  • Bitte um Rückmeldung zu deiner Leitung.
  • Teile Aufgaben und begleite die, denen du sie überträgst.
  • Plane sorgfältig und bete für das Dienertreffen oder den Tag im Sommerprogramm. Das ist die Hausaufgabe dieses Vortrags.

Das Wichtigste in Kürze

  • Leitung in der Kirche ist Dienst nach dem Bild Christi (Mk 10:42⁠–⁠45; Joh 13:14): „In der Kirche gibt es keine Beförderungen“ (Papst Tawadros II.).
  • Der Leiter führt „nicht durch Zwang, sondern durch Überzeugung“ (der heilige Johannes Chrysostomus) und erklärt den Grund.
  • Leitung verbindet Milde und Festigkeit: weder schroffe Strenge noch zu große Nachgiebigkeit (der heilige Ambrosius); Strafen sind nicht Sache des Dieners.
  • Zurechtweisung geschieht geprüft, unter vier Augen, in Liebe, mit Wertschätzung, zum Aufbau und mit der Bereitschaft zur Versöhnung.
  • Wer leitet, ist unparteiisch und hört beide Seiten.
  • Kritik wird angehört, geprüft und angenommen, ohne sich von jeder Meinung treiben zu lassen.
  • Im Team soll es keinen Neid geben. Aufgaben werden geteilt, und wer sie übernimmt, wird begleitet (Ex 18; Apg 6).
  • Dienertreffen und Sommerprogramm brauchen Gebet, Ordnung, klare Aufgaben, Sorge für die Kinder und Auswertung.

Zum Weiterlesen

  • Papst Tawadros II.: Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen, „Der demütige Geist“ (S. 52⁠–⁠68).
  • Papst Schenouda III.: Lebenserfahrungen, Abschn. [15], [18], [21], [61], [70], [76], [104], [107], [125].
  • Papst Schenouda III.: Heiliger Eifer, Kap. 1, Abschnitt „Schritt für Schritt mit ihnen gehen“, und Kap. 3, Abschnitt „Konstruktiv und nicht zerstörerisch“.
  • Hl. Johannes Chrysostomus: Über das Priestertum, Buch II, Kap. 2⁠–⁠4.
  • Hl. Ambrosius von Mailand: Von den Pflichten der Kirchendiener, Buch II, Kap. 22⁠–⁠24.

Anmerkungen

  1. Vgl. Abuna Tadros Y. Malaty, Katechismus, Bd. 2, Fr. 1106; Papst Tawadros II., Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen, S. 54.↑

  2. Papst Tawadros II., Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen, S. 55.↑

  3. Ambrosius, Von den Pflichten der Kirchendiener, Buch I, Kap. 18,71.↑

  4. Johannes Chrysostomus, Über das Priestertum, Buch II, Kap. 3.↑

  5. Abuna Tadros Y. Malaty, Katechismus, Bd. 2, Fr. 1211.↑

  6. Papst Schenouda III., Lebenserfahrungen, Abschn. [165] „Ermuntern und nicht erzwingen“.↑

  7. Ebd., Abschn. [140] „Der Priester und das Volk“.↑

  8. Ambrosius, Von den Pflichten der Kirchendiener, Buch II, Kap. 24,120; vgl. ebd., Buch II, Kap. 22,112: „weder zu große Nachsicht noch zu große Strenge“.↑

  9. Papst Schenouda III., Heiliger Eifer, Kap. 1, Abschnitt „Schritt für Schritt mit ihnen gehen“.↑

  10. Lebenserfahrungen, Abschn. [126] „Wahre Liebe“.↑

  11. Ebd., Abschn. [35] „Wann? Und Wann“.↑

  12. Lebenserfahrungen, Abschn. [107] „Wege des Tadelns“.↑

  13. Abuna Tadros Y. Malaty, Katechismus, Bd. 2, Fr. 1212.↑

  14. Lebenserfahrungen, Abschn. [61] „Die Weisheit der Abigail“.↑

  15. Papst Schenouda III., Heiliger Eifer, Kap. 3, Abschnitt „Konstruktiv und nicht zerstörerisch“.↑

  16. Vgl. Lebenserfahrungen, Abschn. [107].↑

  17. Ebd.↑

  18. Papst Schenouda III., Heiliger Eifer, Kap. 4, Abschnitt „Erzdiakon Habib Girgis“.↑

  19. „Ansehen der Person“ meint: Menschen nach Rang oder Äußerem verschieden behandeln.↑

  20. Ambrosius, Von den Pflichten der Kirchendiener, Buch II, Kap. 24,121.↑

  21. Lebenserfahrungen, Abschn. [15] „Nur Ein Ohr“.↑

  22. „Zucht“ meint hier Erziehung und Zurechtweisung.↑

  23. Lebenserfahrungen, Abschn. [125] „Nur Von Anhängern Umgeben“.↑

  24. Ebd., Abschn. [104] „Vermittler“.↑

  25. Ebd., Abschn. [21] „Probleme oder Lösungen“.↑

  26. Lebenserfahrungen, Abschn. [18] „Teamarbeit“.↑

  27. Ambrosius, Von den Pflichten der Kirchendiener, Buch II, Kap. 24,122.↑

  28. Papst Schenouda III., Heiliger Eifer, Kap. 2, Abschnitt „Steh nicht daneben und schau zu“.↑

  29. Ebd., Kap. 4, Abschnitt „Erzdiakon Habib Girgis“.↑

  30. Lebenserfahrungen, Abschn. [70] „Verfolgen“.↑

  31. Lebenserfahrungen, Abschn. [76] „Segen und eine geordnete Herangehensweise“.↑

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