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Thema 9 · Vortrag 2

Methoden und Klassenführung

Werkzeuge für die Stunde, Ordnung ohne Härte und die Beziehung zum Kind

13 Min. LesezeitKinder und Jugendliche unterrichten

Lernziele

  1. Zu einem Lernziel zwei passende Methoden wählen und die Wahl begründen.
  2. Ursachen von Unruhe in der Klasse und vier Haltungen guter Klassenführung nennen.
  3. Die vier Stufen der Beziehung zwischen Diener und Kind beschreiben.

Schlüsselbegriffe

Methode · Methodenwahl · Einstieg · Erarbeitung · Festigung · Klassenführung · Klassenregeln · Beziehung · Korrektur

Bibelstellen

Phil 4:9a; 1. Kor 14:33a; 1. Kor 14:40; Joh 10:3b; Joh 3:30; Gal 6:1a; 2. Tim 2:24⁠–⁠25a; Spr 15:1; Kol 3:21; Joh 12:24

Inhalt

Eine gute Lektion kann scheitern, wenn sie langweilig dargeboten wird, wenn die Klasse unruhig ist oder wenn die Kinder dem Diener nicht vertrauen. Eine bewährte Methode, die zum Ziel und zum Alter passt, hilft beim Unterrichten. Wer die Ursachen von Unruhe kennt und die Klasse umsichtig führt, erleichtert das gemeinsame Lernen. Das Vertrauen der Kinder wächst dabei Schritt für Schritt. Nichts davon braucht Härte; alles geschieht in der Haltung von Nähe und Distanz, die du in Thema 2 („Vorbild, Verhalten und Schutz“) kennengelernt hast.

Die Methode dient dem Ziel

Die Didaktik fragt, was gelehrt wird; die Methodik fragt, wie es gelehrt wird.

Begriff
Methode

Vom griechischen méthodos, „der Weg zu etwas hin“: das planmäßige Vorgehen, mit dem der Diener einen Inhalt so vermittelt, dass die Kinder ihn verstehen, behalten und im Leben umsetzen.

Eine Methode ist nie Selbstzweck. Sie wird gewählt nach dem Ziel der Lektion, nach dem Inhalt und seiner Schwierigkeit, nach dem Alter und Wissensstand der Kinder und nach dem Rahmen: Zahl der Kinder, Raum, Zeit und Material. Eine Methode, die Jugendliche zum Nachdenken bringt, kann Volksschulkinder überfordern; eine Methode für zwanzig Kinder funktioniert nicht mit fünf. Und eine aufwendige Methode rettet keine Lektion ohne klares Ziel.

Der Diener ist kein Prediger, der vorträgt, sondern ein Lehrer im Gespräch mit den Kindern; was das für seinen Redeanteil bedeutet, hast du in Thema 3 („Die Sonntagsschullektion“) gehört. Paulus schreibt seiner Gemeinde: „Was ihr gelernt und angenommen, gehört und an mir gesehen habt, das tut!“ (Phil 4:9a). Hören, Anschauung, Gespräch und eigenes Tun gehören zusammen; welche Form passt, hängt von Ziel, Inhalt und Alter ab.

Methoden in den drei Phasen der Stunde

Jede Stunde hat drei Phasen: Einstieg, Erarbeitung und Festigung. In der Festigung kommt kein neuer Inhalt dazu; das Gelernte wird wiederholt und vertieft. Jede Phase braucht andere Methoden:

Tabelle 22 · Methoden nach Phasen
Phase Zweck Beispiele
Einstieg Neugier wecken, zum Thema hinführen Das Weizenkorn, Sitzen auf brennenden Fragen, ein Gegenstand, eine Frage
Erarbeitung den Inhalt verstehen, die Geschichte erleben Erzählung, Heißer Stuhl, Ein Blatt Papier, Bibelsuche
Festigung wiederholen, anwenden, behalten Verschiedene Meinungen, Bibelsuche, Merkvers mit Gesten, Gebet

Für die Wahl gilt auch das Alter: Bewegung, Lieder und kurze Spiele für die Kleinen; Bibelsuche und Rollenspiele ab der Volksschule; Meinungsbildung und Gespräch ab der Unterstufe.

Der Werkzeugkasten

Drei Methoden erprobst du im Kurs selbst; weitere stehen als Methodenkarten im Arbeitsheft bereit.

Verschiedene Meinungen. Drei Teilnehmer vertreten drei verschiedene Meinungen zu einer Frage; die übrigen stellen sich zu der Person, deren Meinung sie teilen, und begründen ihre Wahl. Am Ende fasst der Diener zusammen, was die Kirche lehrt und warum. Die Methode übt das Argumentieren, lässt die Kinder sich in andere Sichtweisen hineinversetzen und zeigt dem Diener, wie sie denken. Sie eignet sich ab der Unterstufe und eher für das Ende der Stunde. Grenzen: Gruppendruck, Unruhe und die Gefahr, ein Kind bloßzustellen; Fragen zu Sexualität und sehr persönliche Themen gehören nicht in diese Methode.

Das Weizenkorn. Der Diener zeigt den Kindern ein Weizenkorn oder eine Bohne und daneben eine kleine Pflanze, die er eine Woche vorher aus einem solchen Korn gezogen hat. Er liest das Wort, mit dem Jesus selbst von seinem Tod gesprochen hat: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12:24). Dazu sagt er: Jesus ist wirklich gestorben und begraben worden, und derselbe Herr ist am dritten Tag leiblich auferstanden (1. Kor 15:3⁠–⁠4; Lk 24:39); durch seinen Tod und seine Auferstehung schenkt er uns das Leben. Am Ende legt jedes Kind ein Korn in einen Becher mit Erde und nimmt ihn mit nach Hause. Die Methode eignet sich als Einstieg oder in der Erarbeitung, besonders für Kinder, und sie trägt ein Bild der Schrift selbst. Ihre Grenze sagt der Diener dazu: Das Bild zeigt, dass der Tod nicht das Ende ist, aber es zeigt nicht alles. Christus ist als derselbe auferstanden, der gekreuzigt wurde, mit den Wunden an Händen und Seite (Joh 20:27), und er stirbt nicht mehr (Röm 6:9).

Heißer Stuhl. Eine biblische Geschichte wird im Rollenspiel befragt. Die Klasse teilt sich in so viele Gruppen, wie es Personen gibt, jede Gruppe bereitet Fragen an „ihre“ Person vor, und ein Freiwilliger beantwortet sie in der Rolle. So lesen die Kinder die Bibel mit anderen Augen und versetzen sich in die Personen hinein. Gespielt werden nur Menschen der Geschichte, etwa Zachäus oder Petrus, nicht Christus; die Fragen bleiben ehrfürchtig.

Die Methodenkarten im Arbeitsheft beschreiben außerdem: Bibelsuche, Die Flammen von Pfingsten, Auflockerungsspiel, Merkvers mit Gesten, Liebe ohne Gegenleistung, Ein Blatt Papier und Sitzen auf brennenden Fragen – jeweils mit Ziel, Alter, Ablauf und Grenzen.

Ordnung in der Klasse

Begriff
Klassenführung

Klassenführung heißt, das gemeinsame Lernen durch gute Vorbereitung, passende Methoden, klare Regeln und eine verlässliche Beziehung zu den Kindern zu ermöglichen.

Ordnung ist kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Kinder Gottes Wort hören können: „… Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens“ (1. Kor 14:33a).

Ursachen von Unruhe

Unruhe hat Gründe. Wer sie kennt, kann auf sie eingehen, statt zu schimpfen. Die Gründe liegen oft in der Lektion selbst: Sie liegt unter oder über dem Wissensstand der Kinder; sie hat keinen roten Faden; sie dauert zu lang; sie wird monoton vorgetragen; das Thema spricht die Altersgruppe nicht an; sie bleibt Theorie, ohne dass die Kinder wissen, was sie damit anfangen sollen; und es gibt keine klaren Regeln.

Andere Gründe liegen beim Kind. Kinder brauchen Bewegung. Papst Schenouda III. sagt dem Erwachsenen: „Wenn du ihm keinen geeigneten Bewegungsraum zur Verfügung gestellt hast, wird es sich in einer Weise bewegen, die du als störend empfinden könntest, und dann tadelst oder bestrafst du es. Die Schuld liegt nicht bei ihm, sondern bei dir.“1 Kinder, die zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, erzwingen sie sich durch Lärm oder Trotz.2 Eifersucht entsteht, wenn ein Kind sich zurückgesetzt fühlt.3 Und jedes Kind wird müde. Der heilige Augustinus rät dem Lehrenden, der seinen Zuhörer gähnen sieht, die Aufmerksamkeit mit einem passenden Scherz oder etwas Erstaunlichem neu zu wecken, ihm einen Platz zum Sitzen anzubieten und bald zum Schluss zu kommen: „Doch soll man nicht irgendwie durch Schroffheit sein Zartgefühl verletzen, sondern muss ihn vielmehr durch freundliche Behandlung anziehen.“4

Aus den Vätern

Wenn wir die Brüder übers Maß anstrengen, versagen sie schnell. Man muss also den Brüdern ab und zu entgegenkommen.5

– Hl. Antonius der Große, Apophthegmata Patrum, Nr. 13 (Antonius 13)

Schließlich liegen Gründe beim Diener selbst: Er ist unvorbereitet, unsicher oder schlecht gelaunt. Wer in die Klasse geht, lässt seine Sorgen vor der Tür; die Kinder spüren seine Stimmung.

Vier Haltungen guter Klassenführung

Um eine Klasse zu ordnen, braucht der Diener keine strenge Persönlichkeit. Er braucht eine Atmosphäre, in der die Kinder gern lernen, eine gute Lehre und eine gute Beziehung zu ihnen. Vier Haltungen helfen dabei:

  1. Wachsam und bereit. Der Diener ist gut vorbereitet, mit dem Herzen bei den Kindern, überzeugt von dem, was er sagt, und bereit, jederzeit eine Frage zu beantworten. Was er nicht weiß, gibt er ehrlich zu und erkundigt sich.
  2. Ein „Maestro“. Wie ein Dirigent führt er die Klasse; er lässt sich von der Unruhe der Kinder nicht seine Lektion und seine Stimmung bestimmen. Er greift Fragen auf und entwickelt daraus ein Gespräch.
  3. Ein „Radar“. Er achtet auf alle Kinder, auch auf die weniger Fleißigen, und bemerkt, wer müde oder unaufmerksam ist oder etwas braucht. Er hält Blickkontakt, und die Kinder spüren, dass er alles bemerkt. Der heilige Johannes Chrysostomus sagt vom Hirten der Seelen, er bedürfe „tiefer Einsicht und tausend Augen, um von allen Seiten den Zustand der Seele durchschauen zu können“.6
  4. Klug. Er geht nicht mit jedem Kind gleich um, weil jedes Kind anders ist; fair ist er, indem er jedem gibt, was es braucht. Er weiß, wann ein Wort nötig ist und wann er abwarten kann, bis die Kinder von selbst ruhig werden.

Dazu kommen einfache Mittel: Der Diener bleibt nicht in einer Ecke stehen, sondern bewegt sich durch den Raum, steht so, dass alle ihn sehen, und kehrt den Kindern nie den Rücken zu. Er hält die Kinder beschäftigt, spricht sie mit Namen an, stellt Fragen und wiederholt mit ihnen. Eine Sitzordnung im Halbkreis lässt ihn alle sehen; ein gelegentlicher Wechsel der Ordnung belebt die Klasse.

Sitzordnung im Halbkreis: Der Diener sieht alle Kinder und bewegt sich durch den Raum.

Die vier Stufen der Beziehung zwischen Diener und Kind

Ein Kind folgt dem gern, bei dem es sich sicher fühlt und dem es vertraut. Papst Schenouda III. schreibt: „Nachdem du ihre Liebe gewonnen hast, kannst du ihnen beibringen, was sie wissen müssen oder was für sie geeignet ist.“7 Eine solche Beziehung braucht Zeit – Wochen, Monate, manchmal Jahre. Sie wächst wie eine Treppe mit vier Stufen:

  1. Die menschliche Beziehung. Die Kinder sind keine Zuhörer, die still sitzen sollen, sondern Menschen. Der Diener begrüßt sie und verabschiedet sie freundlich, ist nicht genervt, schreit sie nicht an, kommentiert Fehlverhalten nicht vor allen und bevorzugt niemanden.
  2. Die vertraute Beziehung. Der Diener kennt die Kinder: ihre Freuden und Sorgen, ihre Feste und Prüfungen. Er hört zu, ohne zu unterbrechen, und arbeitet nie mit Angst. Sätze, die ein Kind bloßstellen („Ein Kind Gottes würde so etwas nie tun“), sagt er nicht.
  3. Die Beziehung der Liebe. Das Kind spürt, dass der Diener es liebt und gern mit ihm zusammen ist. In diesem Vertrauen fällt es ihm leichter, mitzumachen und die Regeln zu halten; so wird auch ein unruhiges Kind ruhiger. Der Diener tröstet, merkt sich, was ein Kind ihm erzählt hat, kennt alle mit Namen und ist regelmäßig da. Er macht sich über niemanden lustig.
  4. Die freundschaftliche Beziehung. Der Diener begegnet den Kindern auch außerhalb der Stunde, grüßt sie und spricht mit ihnen – mit allen, nicht nur mit den Braven. Er nimmt ihre Meinungen ernst, auch wenn sie kindlich sind, hält seine Versprechen und will sie nicht nach seinem Kopf formen.

Der gute Hirt kennt die Seinen und „ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen“ (Joh 10:3b). Die Beziehung des Dieners führt aber nicht zu ihm selbst, sondern zu Christus; wie Johannes der Täufer sagt er: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“ (Joh 3:30). Darum gilt auf jeder Stufe die Haltung von Nähe und Distanz: kein falsches Wort, keine falsche Berührung, Achtung vor dem Kind und seiner Familie, keine heimliche Sonderbeziehung zu einem einzelnen Kind. Freundschaft heißt hier nicht Privatbeziehung, sondern Vertrauen in der Gemeinschaft der Kirche.

Lob, Belohnung und Korrektur ohne Härte

„Du gewinnst das Kind durch Lob. Durch Lob zeigst du ihm deine Liebe und ermutigst es auch zu guten Taten.“8 Mit ehrlichem Lob benennt der Diener das Gute, ohne seine Zuwendung an Bedingungen zu knüpfen. Der Diener liebt das Kind nicht erst, wenn es brav ist, und er sagt nie „Gott wird sich über dich ärgern“ oder „Gott wird dich nicht lieben, wenn du das tust“.9

Mit Belohnungen ist der Diener zurückhaltend. Ein kleines Geschenk oder eine Süßigkeit gibt es nur ausnahmsweise, etwa an einem Fest, und dann für alle; nie als Antrieb, um mitzumachen oder still zu sein. Ein Kind soll nicht lernen, nur für eine Belohnung mitzutun, sonst fragt es bald auch Gott gegenüber: Was bekomme ich dafür?

Muss der Diener zurechtweisen, dann ruhig, kurz und ohne Beschämung: „Ein Kind ist sehr auf seine Würde bedacht und mag es nicht, wenn es wegen seiner Fehler gedemütigt wird.“10 Die Schrift lehrt dieselbe Haltung: „Eine sanfte Antwort dämpft die Erregung, eine kränkende Rede reizt zum Zorn“ (Spr 15:1). Wer sich verfehlt, soll „im Geist der Sanftmut wieder auf den rechten Weg“ gebracht werden (Gal 6:1a), und vom Knecht des Herrn heißt es, er soll „zu allen freundlich sein, ein geschickter und geduldiger Lehrer, der auch die mit Güte zurechtweist, die sich hartnäckig widersetzen“ (2. Tim 2:24⁠–⁠25a).

Aus den Vätern

Am allerwenigsten ist es den Christen erlaubt, mit Gewalt die Fehler der Sünder bessern zu wollen. … Bei uns aber gilt es, einen solchen Menschen nicht durch Zwang, sondern durch Überzeugung zu bessern.11

– Hl. Johannes Chrysostomus, Über das Priestertum, Buch II, Kap. 3

Was der heilige Johannes Chrysostomus vom Seelsorger sagt, gilt erst recht für den Diener: Er bessert durch Überzeugung, nicht durch Zwang. Papst Schenouda III. unterscheidet Liebe von schädlicher Verwöhnung, setzt aber eine klare Grenze: „Disziplin ist falsch, wenn sie auf eine ungeistliche, unmenschliche oder harte Weise ausgeübt wird“.12 Für den Diener heißt das: Der Diener straft nicht. Erziehung – auch mit angemessenen Konsequenzen – ist Sache der Eltern. Der Diener antwortet auf Störungen mit gewaltfreien, ruhigen Schritten: Er erinnert an die gemeinsame Regel und setzt, wo nötig, eine mit der Klasse vorher vereinbarte, angemessene Folge um, die nicht beschämt; er spricht das Kind freundlich an, gibt ihm eine Aufgabe oder einen anderen Platz und spricht nach der Stunde in Ruhe mit ihm. Wiederholen sich die Schwierigkeiten, bespricht er sie mit dem erfahrenen Diener, der die Klasse leitet, oder mit der Leitung des Dienstes und, in Absprache mit ihr, mit den Eltern. Kinder nie einschüchtern, nie mit Gott drohen: „Ihr Väter, schüchtert eure Kinder nicht ein, damit sie nicht mutlos werden“ (Kol 3:21).

Klassenregeln gemeinsam festlegen

Wo keine Regeln gelten, entsteht Unruhe; wo der Diener nur befiehlt, entsteht Widerstand. Darum legt er die Regeln am Anfang des Jahres mit den Kindern gemeinsam fest. Gute Regeln sind wenige (drei bis fünf), positiv formuliert, für das Alter verständlich und gut sichtbar aufgehängt. Sie gelten auch für den Diener: Wer Pünktlichkeit verlangt, ist selbst pünktlich; wer Respekt verlangt, behandelt die Kinder mit Respekt und sagt auch zu ihnen „bitte“ und „danke“.

Beispiel

Klassenregeln einer Volksschulgruppe, mit den Kindern gesammelt und von ihnen gestaltet: (1) Wir kommen pünktlich. (2) Wenn Gottes Wort gelesen wird, sind alle still. (3) Wer etwas sagen will, zeigt auf. (4) Wir lachen miteinander, nicht übereinander. (5) Am Ende räumen wir gemeinsam auf.

Die Regel gibt der Klasse den Frieden, in dem gelernt werden kann: „Doch alles soll in Anstand und Ordnung geschehen“ (1. Kor 14:40).

Digitale Mittel

Bilder, kurze Filme oder ein Lied vom Bildschirm können eine Lektion bereichern, wenn sie dem Ziel dienen. Der Diener prüft alle Inhalte vorher und geht mit den Daten der Kinder achtsam um.

Für den Dienst

  • Wähle die Methode nach dem Ziel, nicht nach dem Effekt – in der Klasse ebenso wie in jedem anderen Dienst, in dem du etwas erklärst: Notiere für jede Lektion, welche Methode in welcher Phase welchem Ziel dient.
  • Lege dir eine Sammlung von Methodenkarten an, beginnend mit den Karten im Arbeitsheft, und notiere nach jeder Stunde, was gelungen ist.
  • Vereinbare mit den Kindern deiner Klasse Klassenregeln, sobald du mitarbeitest, in Absprache mit dem Diener, der die Klasse leitet.
  • Prüfe dich nach jeder Stunde: Hing die Unruhe heute mit meiner Vorbereitung, meiner Stimmung oder einem Bedürfnis der Kinder zusammen?
  • Pflege die Beziehung zu jedem Kind deiner Klasse – vom Gruß beim Kommen bis zum Gespräch nach der Liturgie – und bete für jedes mit Namen.
  • In der Praxisrunde dieses Vortrags wertest du deine bisherigen Hospitationen aus, also die Stunden, in denen du als Gast in einer Klasse zugeschaut hast: Welche Methoden, welche Klassenführung hast du erlebt?

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Methode ist der Weg zum Ziel; sie wird nach Ziel, Inhalt, Alter und Rahmen gewählt.
  • Jede Stunde hat Einstieg, Erarbeitung und Festigung; in der Festigung kommt kein neuer Inhalt dazu.
  • Hören, Anschauung, Gespräch und eigenes Tun gehören zusammen (Phil 4:9a).
  • Unruhe hat Ursachen in der Lektion, beim Kind und beim Diener; wer sie kennt, kann sie beheben.
  • Vier Haltungen guter Klassenführung: wachsam und bereit, Maestro, Radar, klug.
  • Die Beziehung wächst in vier Stufen: menschlich, vertraut, Beziehung der Liebe, freundschaftlich – immer in der Haltung von Nähe und Distanz und zu Christus hin.
  • Lob ermutigt; Belohnungen gibt es nur ausnahmsweise, nie als Antrieb; Korrektur geschieht ruhig, kurz und ohne Beschämung; der Diener straft nicht.
  • Klassenregeln werden mit den Kindern vereinbart; digitale Mittel dienen dem Ziel und werden achtsam gebraucht.

Zum Weiterlesen

  • Papst Schenouda III.: Wie man mit den Kindern umgeht, Abschnitte „Spiel“ bis „Die laute Stimme“ (S. 18⁠–⁠23), „Der Liebesfaktor“ bis „Einschüchterung“ (S. 29⁠–⁠37) und „Bestrafung und Belohnung“ (S. 57⁠–⁠58).
  • Johannes Chrysostomus: Über das Priestertum, Buch II, Kap. 2⁠–⁠4.
  • Augustinus: Vom ersten katechetischen Unterricht, Kap. 10⁠–⁠14.

Anmerkungen

  1. Papst Schenouda III., Wie man mit den Kindern umgeht, Abschnitt „Bewegung“ (S. 21).↑

  2. Vgl. ebd., Abschnitt „Einführung“ (S. 9).↑

  3. Vgl. ebd., Abschnitt „Eifersucht“ (S. 29⁠–⁠30).↑

  4. Augustinus, Vom ersten katechetischen Unterricht, Kap. 13,19.↑

  5. Apophthegmata Patrum, Nr. 13 (Antonius 13). Antonius antwortet einem Jäger, der Anstoß daran nahm, dass er mit den Brüdern scherzte, mit dem Bild des Bogens, der bricht, wenn man ihn überspannt.↑

  6. Johannes Chrysostomus, Über das Priestertum, Buch II, Kap. 4.↑

  7. Papst Schenouda III., Wie man mit den Kindern umgeht, Abschnitt „Der Liebesfaktor“ (S. 29).↑

  8. Papst Schenouda III., Wie man mit den Kindern umgeht, Abschnitt „Lob und Ermutigung“ (S. 34).↑

  9. Ebd., Abschnitt „Einschüchterung“ (S. 36).↑

  10. Ebd., Abschnitt „Lob und Ermutigung“ (S. 35).↑

  11. Johannes Chrysostomus, Über das Priestertum, Buch II, Kap. 3.↑

  12. Papst Schenouda III., Wie man mit den Kindern umgeht, Abschnitt „Bestrafung und Belohnung“ (S. 58).↑

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