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Thema 13 · Vortrag 1

Die Zeit der Könige – Samuel, Saul, David, Salomo

Gottes Königtum und der Weg der Buße

17 Min. LesezeitDas Alte Testament III

Lernziele

  1. Regierungszeit und Hauptereignisse der ersten drei Könige wiedergeben.
  2. An David und Batseba sowie an Ps 51 den Weg der Buße erklären.

Schlüsselbegriffe

Richter · Prophet · Salbung · Gesalbter des Herrn · Bund mit David · Buße · Umkehr · Reue · Beichte · Reichsteilung · Nordreich · Südreich

Bibelstellen

1. Sam 3:19⁠–⁠20; 1. Sam 8:5⁠–⁠7; 1. Sam 13:8⁠–⁠14; 1. Sam 15:22; 1. Sam 16:7.13; 1. Sam 17:45; 1. Sam 24:7; 2. Sam 5:4⁠–⁠5; 2. Sam 7:12⁠–⁠16; 2. Sam 9:1⁠–⁠13; 2. Sam 11:1⁠–⁠27; 2. Sam 12:1⁠–⁠13; Ps 51:3⁠–⁠19; 1. Kön 3:9; 1. Kön 6:38; 1. Kön 11:4.42; 1. Kön 12:16⁠–⁠20; Apg 13:21⁠–⁠22; Lk 1:32⁠–⁠33

Inhalt

Mit Samuel beginnt eine neue Zeit: Israel bekommt Könige. Saul, David und Salomo regierten je vierzig Jahre; nach Salomos Tod zerfiel das Reich in zwei Teile. Im Mittelpunkt steht David. Er hat schwer gesündigt und ist durch seine Umkehr zum Vorbild der Buße geworden. An ihm kannst du Kindern und Jugendlichen zeigen, dass niemand nach einem Fall verloren ist.

Von den Richtern zu den Königen

Samuel – der letzte Richter und ein Prophet

Vor den Königen führten Richter das Volk: Retter und Anführer, die Gott in Zeiten der Not berief. Der letzte von ihnen ist Samuel: „Samuel war Richter in Israel, solange er lebte“ (1. Sam 7:15). Seine Mutter Hanna hatte im Heiligtum von Schilo um ein Kind gebetet und brachte ihn zum Dienst an das Heiligtum zum Priester Eli (1. Sam 1:10⁠–⁠11.24⁠–⁠28). Dort rief Gott den Knaben in der Nacht, und Samuel antwortete: „Rede, denn dein Diener hört“ (1. Sam 3:10b).

Samuel war zugleich Prophet: „Ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, dass Samuel als Prophet des Herrn beglaubigt war“ (1. Sam 3:20). Mit ihm beginnt die Reihe der Propheten, wie Petrus sagt: „alle Propheten von Samuel an und alle, die später auftraten, haben diese Tage angekündigt“ (Apg 3:24). Samuel ist also der letzte Richter, aber nicht der letzte Prophet. Seine Botschaft war ein Ruf zur Umkehr: „Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein“ (1. Sam 7:3b). Die Kirche gedenkt seiner am 9. Bauna.1

Begriff
Prophet

Ein Prophet ist ein Mensch, den Gott beruft, damit er Gottes Wort ausspricht: Er deutet die Gegenwart im Licht des Bundes, ruft zur Umkehr und kündigt an, was Gott tun wird.

Der Wunsch nach einem König

Als Samuel alt war, verlangten die Ältesten: „… setze jetzt einen König bei uns ein, der uns regieren soll, wie es bei allen Völkern der Fall ist“ (1. Sam 8:5). Gott antwortete Samuel: „… nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen: Ich soll nicht mehr ihr König sein“ (1. Sam 8:7b). Ein König an sich war nicht schlecht; schon das Gesetz rechnete damit (Dtn 17:14⁠–⁠15). Falsch war der Beweggrund, „wie alle anderen Völker“ sein zu wollen (1. Sam 8:20) statt dem unsichtbaren König zu vertrauen. Gott gewährte die Bitte. Der König ist von nun an nicht Herr seines Volkes, sondern Diener Gottes, des eigentlichen Königs.

Saul – Erwählung, eigenmächtiges Opfer, Verwerfung

Saul stammte aus dem Stamm Benjamin, war der Sohn des Kisch und „überragte alle um Haupteslänge“ (1. Sam 9:2b). Samuel salbte ihn: „Hiermit hat der Herr dich zum Fürsten über sein Erbe gesalbt“ (1. Sam 10:1b). Am Anfang war Saul bescheiden und siegreich (1. Sam 9:21; 11:11).

Begriff
Salbung

Bei der Salbung wurde Öl über das Haupt eines Menschen gegossen. So setzte Gott in Israel Könige für ihr Amt ein und gab ihnen seinen Geist (1. Sam 16:13). Der König heißt darum Gesalbter des Herrn; das hebräische Wort dafür ist „Messias“, griechisch „Christus“.

Vor einem Kampf gegen die Philister wartete Saul in Gilgal sieben Tage auf Samuel, der das Opfer darbringen sollte. Als das Volk davonlief, brachte Saul das Brandopfer selbst dar (1. Sam 13:8⁠–⁠10). Samuel sagte: „Du hast töricht gehandelt … Nun aber wird deine Herrschaft keinen Bestand haben. Der Herr hat sich einen Mann nach seinem Herzen gesucht“ (1. Sam 13:13⁠–⁠14). Saul hatte an sich gerissen, was nicht seine Aufgabe war, und seine eigene Einschätzung über Gottes Weisung gestellt.

Später behielt er im Krieg gegen die Amalekiter das beste Vieh, das er nicht nehmen sollte, und entschuldigte sich, es sei für ein Opfer bestimmt (1. Sam 15:9.15). Da sprach Samuel das Wort, das über der ganzen Königszeit steht:

Heilige Schrift

Hat der Herr an Brandopfern und Schlachtopfern das gleiche Gefallen
wie am Gehorsam gegenüber der Stimme des Herrn?
Wahrhaftig, Gehorsam ist besser als Opfer,
Hinhören besser als das Fett von Widdern.

1. Sam 15:22

„Der Geist des Herrn war von Saul gewichen“ (1. Sam 16:14a). Saul wurde eifersüchtig und verfolgte David. Er regierte nach der Apostelgeschichte vierzig Jahre (Apg 13:21) und starb im Kampf gegen die Philister, als er sich in sein eigenes Schwert stürzte (1. Sam 31:4). Nicht der gute Anfang entscheidet, sondern ob ein Mensch auf Gottes Stimme hört.

David – der Hirt, den Gott zum König macht

Gott sieht das Herz

Gott schickte Samuel zu Isai nach Betlehem. Als Samuel den stattlichen ältesten Sohn sah, sagte Gott: „Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz“ (1. Sam 16:7b). Erwählt war der Jüngste, der gerade die Schafe hütete: „Samuel nahm das Horn mit dem Öl und salbte David mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an“ (1. Sam 16:13a). David wurde dreimal gesalbt:

  1. von Samuel in Betlehem, noch zu Lebzeiten Sauls (1. Sam 16:13);
  2. nach Sauls Tod in Hebron zum König über das Haus Juda (2. Sam 2:4);
  3. in Hebron von den Ältesten zum König über ganz Israel (2. Sam 5:3).

David und Goliat

Der Riese Goliat verhöhnte die Schlachtreihen Israels. David, der seinen Brüdern im Heer Essen brachte, trat gegen ihn an (1. Sam 17:10.17). Er vertraute auf Gott, der ihn als Hirten schon aus der Gewalt von Löwe und Bär gerettet hatte (1. Sam 17:37):

Heilige Schrift

David antwortete dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des Herrn der Heere, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast.

1. Sam 17:45

Der Sieg war ein Sieg des Glaubens, nicht eigener Kraft. Als die Frauen sangen: „Saul hat Tausend erschlagen, David aber Zehntausend“ (1. Sam 18:7), wurde Saul eifersüchtig.

Jonatan, die Ehrfurcht vor dem Gesalbten und Merib-Baal

Jonatan, Sauls Sohn, hätte selbst König werden können. Doch er „schloss mit David einen Bund, weil er ihn wie sein eigenes Leben liebte“ (1. Sam 18:3), und warnte ihn vor seinem Vater. Echte Freundschaft freut sich über das Gute, das Gott dem anderen schenkt.

Auf der Flucht konnte David Saul zweimal töten – in einer Höhle, wo er ihm nur einen Zipfel des Mantels abschnitt (1. Sam 24:4⁠–⁠5), und im Lager, wo Saul schlief (1. Sam 26:7⁠–⁠12). Er verschonte ihn: „Der Herr bewahre mich davor, meinem Gebieter, dem Gesalbten des Herrn, so etwas anzutun“ (1. Sam 24:7a). David wartete auf Gottes Zeit.

Als König fragte David: „Gibt es noch jemand, der vom Haus Saul übrig geblieben ist? Ich will ihm um Jonatans willen eine Huld erweisen“ (2. Sam 9:1).2 Man fand Jonatans Sohn Merib-Baal (in anderen Bibelübersetzungen Mefiboschet), der seit seinem fünften Lebensjahr an beiden Füßen gelähmt war (2. Sam 4:4). Er hielt sich selbst für einen „toten Hund“ (2. Sam 9:8). David aber gab ihm die Felder seines Großvaters zurück, und „Merib-Baal aß am Tisch Davids wie einer von den Söhnen des Königs“ (2. Sam 9:11b). Niemand hatte David darum gebeten; er suchte den Schwachen selbst auf.

König in Jerusalem und der Bund mit David

„David war dreißig Jahre alt, als er König wurde, und er regierte vierzig Jahre lang. In Hebron war er sieben Jahre und sechs Monate König von Juda und in Jerusalem war er dreiunddreißig Jahre König von ganz Israel und Juda“ (2. Sam 5:4⁠–⁠5). Er eroberte die Burg Zion, die „Stadt Davids“ (2. Sam 5:7), und holte die Bundeslade, den Kasten mit den Tafeln des Bundes, nach Jerusalem (2. Sam 6).

Als David Gott einen Tempel bauen wollte, ließ Gott ihm durch den Propheten Natan sagen: Gott selbst werde David ein „Haus“ bauen, also eine bleibende Nachkommenschaft (2. Sam 7:11). Den Tempel sollte sein Sohn bauen, weil David viele Kriege geführt hatte (1. Chr 22:8).

Heilige Schrift

Dein Haus und dein Königtum sollen durch mich auf ewig bestehen bleiben; dein Thron soll auf ewig Bestand haben.

2. Sam 7:16

Diese Zusage heißt Bund mit David. Erfüllt hat sie Christus. Bei der Verkündigung an die Gottesgebärerin (Theotokos) sagt der Engel über ihr Kind: „Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben“ (Lk 1:32b–33). Der Katechismus von Abuna Tadros Y. Malaty zählt diese Verheißungen, etwa Ps 89:4⁠–⁠5 (LXX 88), zu den wichtigsten Prophezeiungen über die Menschwerdung und sagt, sie „erfüllten sich nur in der Person des Herrn Christus, der von David abstammt“.3

Beispiel

Die Kirche gedenkt Davids, „des Propheten und Königs“, am 23. Kiyahk. Das Synaxarium rühmt seine Demut und sein beständiges Gebet und nennt ihn den Verfasser der Psalmen, die voll von „Weissagungen über den Herrn Christus“ sind.4 Auch Petrus nennt David einen Propheten (Apg 2:30).

Der heilige David, Prophet und König

David und Batseba – der Weg der Buße

„Ein Mann nach meinem Herzen“?

Gott sagt über David: „Ich habe David, den Sohn des Isai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird“ (Apg 13:22b). Wie kann Gott das von einem Menschen sagen, der schwer gesündigt hat? Die Antwort zeigt die Geschichte mit Batseba.

Der Fall

Als die Könige in den Krieg zogen, schickte David sein Heer aus, „David selbst aber blieb in Jerusalem“ (2. Sam 11:1b). Vom Flachdach seines Palastes sah er eine Frau baden, erfuhr, dass sie Batseba, „die Frau des Hetiters Urija“, war (2. Sam 11:3b), ließ sie dennoch holen und schlief mit ihr. Als sie schwanger wurde, wollte David die Sünde verdecken. Urija aber ging nicht nach Hause, solange seine Kameraden auf freiem Feld lagerten (2. Sam 11:11). Da ließ David ihn an die gefährlichste Stelle der Front stellen, wo er fiel (2. Sam 11:15⁠–⁠17), und nahm Batseba zur Frau. „Dem Herrn aber missfiel, was David getan hatte“ (2. Sam 11:27b).

Die Schuld liegt bei David. Er war der König, er ließ die Frau holen und gab den tödlichen Befehl. Papst Schenouda III. zeigt, dass die Sünde Schritt für Schritt kam – der Blick, die Begierde, die Tat, das Vertuschen – und dass sie früher begann: „Der erste Schritt im Fall von David war das Leben im Luxus.“5 Auf der Flucht war David wachsam gewesen; im Palast, während sein Heer kämpfte, wurde er nachlässig. Wer eine Sünde verdecken will, begeht oft eine noch größere.

Natan und das Bekenntnis

„… schickte der Herr den Natan zu David“ (2. Sam 12:1a). Der Prophet erzählte von einem reichen Mann, der dem Armen sein einziges Lamm wegnahm. David urteilte zornig: „Der Mann, der das getan hat, verdient den Tod“ (2. Sam 12:5b). Natan antwortete: „Du selbst bist der Mann“ (2. Sam 12:7a).

David hätte den Propheten töten lassen können. Er sagte nur: „Ich habe gegen den Herrn gesündigt“ (2. Sam 12:13a). Der heilige Johannes Chrysostomus bewundert diese Antwort in seinen Homilien (Predigten) über die Buße: „Er sagte nicht: Wer bist denn du, dass du mich anklagst? … Er sprach kein ähnliches Wort, sondern er erkannte die Sünde.“6 Sofort wurde David die Vergebung zugesprochen: „Der Herr hat dir deine Sünde vergeben; du wirst nicht sterben“ (2. Sam 12:13b).

Gott vergab ganz. Natan kündigte aber an, dass das Kind sterben werde, und die Schrift sagt: „Der Herr aber ließ das Kind, das die Frau des Urija dem David geboren hatte, schwer krank werden“ (2. Sam 12:15b); am siebten Tag starb es (2. Sam 12:18). Das ist eine schwere Stelle, die wir nicht wegreden; über das Leid und schwierige Bibelstellen spricht Thema 42 („Glaube und Vernunft“).

Auch andere Folgen der Sünde blieben: In Davids Haus kehrte Gewalt ein bis zum Aufstand Abschaloms (2. Sam 12:10; 15:13⁠–⁠14). An diesen Folgen in Davids Haus erklärt Papst Schenouda III.: Die irdischen Strafen bleiben auch nach der Vergebung; sie sind keine Bezahlung der Sünde, sondern Gottes Erziehung, die wachsam und demütig macht; vergeben wird durch das Blut Christi.7 Später schenkte Gott David und Batseba Salomo: „Der Herr liebte Salomo“ (2. Sam 12:24b).

Psalm 51 – das Gebet der Buße

Psalm 51 (LXX 50) ist nach seiner Überschrift „ein Psalm Davids, als der Prophet Natan zu ihm kam“ (Ps 51:1⁠–⁠2). An ihm kannst du die Schritte der Buße ablesen:

Heilige Schrift

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab
und mach mich rein von meiner Sünde!
Denn ich erkenne meine bösen Taten,
meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt,
ich habe getan, was dir missfällt.

Ps 51:3⁠–⁠6a
  • Vertrauen: Der Psalm beginnt mit Gottes „Huld“ und „Erbarmen“ (Ps 51:3), nicht mit der Sünde.
  • Erkennen und Bekennen: Die Sünde wird ohne Ausrede beim Namen genannt; sie ist zuerst eine Sünde gegen Gott (Ps 51:5⁠–⁠6).
  • Bitte um Reinigung und ein neues Herz: „Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist!“ (Ps 51:12). Buße bittet um Erneuerung von innen.
  • Zeugnis und Hingabe: „Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege und die Sünder kehren um zu dir“ (Ps 51:15). Gott verschmäht „ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz“ nicht (Ps 51:19b).
Begriff
Buße

Buße oder Umkehr (griechisch metanoia) ist die Rückkehr des Herzens zu Gott. Papst Schenouda III. begründet es so: Weil die Sünde Trennung von Gott ist, ist die Buße Rückkehr zu Gott.8 Reue ist der Schmerz des Herzens über die Sünde, die Beichte das Bekenntnis vor Gott in Gegenwart des Priesters im Sakrament der Buße und Beichte.

Es ist der 50. Psalm der Agpeya (= Ps 51 der Einheitsübersetzung). Er gehört zu den Gebeten, die in jeder Gebetszeit wiederkehren.9 So betet die Kirche Tag für Tag Davids Bußgebet, weil jeder Mensch Gottes Erbarmen braucht.

Aus den Vätern

Es gibt aber auch noch einen andern Weg der Buße. Was ist das für einer? Die Sünde beweinen. Hast du gesündigt? Weine und du tilgest die Sünde.10

– Hl. Johannes Chrysostomus, Homilien über die Buße, Homilie 2,3

Gemeint sind nicht Tränen als Leistung, mit der man Vergebung kauft, sondern die Tränen eines Herzens, das seine Sünde ernst nimmt und sich nach Gott sehnt.

Aus der Lehre unserer Päpste

Ich mag am Propheten David, seine Eile in der Umkehr. Er war ein Mensch wie wir, fähig zu sündigen. Doch sein Herz war sanft und einfühlsam und reagierte schnell auf die Stimme Gottes. Seine Reue war wahre Reue, ohne Verzögerung oder Langsamkeit.11

– Papst Schenouda III., Das Leben der Buße und Reinheit, Teil Drei, Nr. 3

Heute gehen wir diesen Weg im Sakrament der Buße und Beichte. Dort gilt: „Der Priester ist nicht die Quelle der Vergebung, sondern ist der, der die Vergebung mitteilt.“12

Salomo – Weisheit, Tempel und Abfall

Salomo war nicht Davids ältester Sohn. Als Adonija sich selbst zum König machen wollte (1. Kön 1:5), hielt David sein Versprechen an Batseba, und der Priester Zadok salbte Salomo (1. Kön 1:30.39). In Gibeon erschien Gott dem jungen König im Traum (1. Kön 3:5). Salomo bat nicht um langes Leben oder Reichtum, sondern:

Heilige Schrift

Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren?

1. Kön 3:9

Gott gab ihm Weisheit und dazu, worum er nicht gebeten hatte (1. Kön 3:12⁠–⁠13). Was David vorbereitet hatte, führte Salomo aus: Er baute den Tempel in Jerusalem; „sieben Jahre hatte man an ihm gebaut“ (1. Kön 6:38b). Bei der Weihe betete er: „Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe“ (1. Kön 8:27b).

Doch im Alter fiel der Weise: „Als Salomo älter wurde, verführten ihn seine Frauen zur Verehrung anderer Götter, sodass er dem Herrn, seinem Gott, nicht mehr ungeteilt ergeben war wie sein Vater David“ (1. Kön 11:4). Auch bei ihm kam der Fall allmählich, mit einem ersten Schritt.13 Gott kündigte an, er werde das Königreich seinem Sohn entreißen, ihm aber um Davids willen einen Stamm lassen (1. Kön 11:11⁠–⁠13). Salomo regierte vierzig Jahre (1. Kön 11:42). Christus sagt von sich: „Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo“ (Mt 12:42b).

Tabelle 43 · Die drei ersten Könige Israels
König Herkunft Regierungszeit Hauptereignisse Lehre
Saul Benjamin, Sohn des Kisch vierzig Jahre (Apg 13:21) Salbung durch Samuel; eigenmächtiges Opfer in Gilgal; Ungehorsam im Krieg gegen Amalek; Verwerfung; Tod im Kampf gegen die Philister Gehorsam ist besser als Opfer (1. Sam 15:22)
David Juda, Sohn Isais aus Betlehem vierzig Jahre, davon siebeneinhalb in Hebron (2. Sam 5:4⁠–⁠5) dreimal gesalbt; Goliat; Jonatan; Jerusalem; Bund mit David; Sünde mit Batseba und Buße Gott sieht das Herz (1. Sam 16:7)
Salomo Sohn Davids und Batsebas vierzig Jahre (1. Kön 11:42) Bitte um Weisheit; Tempelbau in sieben Jahren; Abfall im Alter Weisheit braucht ein ungeteiltes Herz (1. Kön 11:4)

Die Reichsteilung

Nach Salomos Tod wurde sein Sohn Rehabeam König (1. Kön 11:43). Als das Volk in Sichem um Erleichterung bat, gab er eine harte Antwort: „Mein Vater hat euer Joch schwer gemacht. Ich werde es noch schwerer machen“ (1. Kön 12:14a). Da sagten sich die Stämme des Nordens los und machten Jerobeam zum König; „der Stamm Juda allein hielt noch zum Haus David“ (1. Kön 12:20b), mit ihm Benjamin (1. Kön 12:21). Seitdem gab es zwei Reiche:

  • das Nordreich Israel mit zehn Stämmen (1. Kön 11:31), später mit der Hauptstadt Samaria (1. Kön 16:24). Jerobeam stellte zwei goldene Kälber auf (1. Kön 12:28⁠–⁠29); das Nordreich hielt am Götzendienst fest und wurde schließlich von den Assyrern erobert (2. Kön 17:6⁠–⁠23);
  • das Südreich Juda mit Jerusalem und dem Tempel, regiert von den Königen aus dem Haus David, bis die Babylonier Jerusalem eroberten (2. Kön 25).
Das geteilte Reich: Israel im Norden, Juda im Süden

Der Leitgedanke der Königszeit

Von Samuel bis zur Reichsteilung bleibt Gott der eigentliche König seines Volkes. Der irdische König ist sein Gesalbter und Diener und steht und fällt mit seinem Herzen. Darum stehen neben den Königen die Propheten – Samuel, Natan und nach ihnen viele andere –, die Gottes Wort auch vor dem König aussprechen. Zugleich bleibt Gottes Verheißung stärker als menschliches Versagen: Der Bund mit David weist auf Christus, den Sohn Davids (Mt 1:1). Der heilige Hieronymus schreibt über die Samuelbücher, sie stellten „Sadok und David hin als die Vorbilder eines neuen Priestertums und eines neuen Königtums“.14

Für den Dienst

  • David als Beispiel der Buße für Jugendliche. Viele denken nach einem schweren Fehler: „Für mich ist es zu spät.“ David zeigt das Gegenteil. Lerne mit deiner Gruppe Ps 51:12 auswendig und sprich darüber, wie uns die Beichte auf diesem Weg hilft.
  • Merib-Baal als Bild des angenommenen Kindes. Frage dich: Wer steht in meiner Klasse oder in meinem Dienst am Rand, wer fehlt seit Wochen? Der Diener sucht sie auf, wie David Merib-Baal suchte.
  • Batseba altersgerecht erzählen. Jüngeren Kindern genügt: David tat einem treuen Mann großes Unrecht und wollte es verstecken. Gott schickte den Propheten Natan, und David sagte: „Ich habe gegen den Herrn gesündigt“ (2. Sam 12:13a) – und Gott vergab ihm. Mit Jugendlichen kannst du die Stufen der Sünde klar, aber ohne Ausmalen besprechen.
  • Für dich selbst. Papst Schenouda III. mahnt: „Wenn du in den Dienst trittst, erlaube dir nicht, deine Sünden zu vergessen.“15 Jonatan lehrt dich, dich ohne Neid über das Gute anderer Diener zu freuen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Samuel ist der letzte Richter Israels und ein Prophet; mit ihm beginnt die Reihe der Propheten (1. Sam 3:20; Apg 3:24).
  • Israel wollte einen König „wie alle anderen Völker“ (1. Sam 8:20); Gott sagt: „mich haben sie verworfen“ (1. Sam 8:7). Er bleibt der eigentliche König.
  • Saul, David und Salomo regierten je vierzig Jahre (Apg 13:21; 2. Sam 5:4; 1. Kön 11:42).
  • Saul wurde verworfen, weil er Gottes Befehl missachtete: „Gehorsam ist besser als Opfer“ (1. Sam 15:22).
  • David wurde dreimal gesalbt, besiegte Goliat im Namen des Herrn und empfing den Bund mit David (2. Sam 7), der sich in Christus erfüllt.
  • Nach der Sünde mit Batseba bekannte David ohne Ausrede: „Ich habe gegen den Herrn gesündigt“ (2. Sam 12:13a); Ps 51 (LXX 50) ist sein Gebet der Buße.
  • Salomo bat um ein hörendes Herz, baute den Tempel und fiel im Alter ab; danach zerfiel das Reich in Israel und Juda (1. Kön 12).

Zum Weiterlesen

  • Papst Schenouda III.: Das Leben der Buße und Reinheit, Teil Drei, Nr. 3 und 5; Teil Vier, Nr. 4⁠–⁠5
  • Hl. Johannes Chrysostomus: Homilien über die Buße, 2. Homilie (BKV 1. Serie 3)
  • Abuna Tadros Y. Malaty: Katechismus der Koptisch-Orthodoxen Kirche, Bd. 1, Fr. 342
  • Synaxarium, 23. Kiyahk (David) und 9. Bauna (Samuel)

Anmerkungen

  1. Synaxarium, 9. Bauna, Die Entschlafung des heiligen Propheten Samuel, S. 500⁠–⁠501.↑

  2. „Huld“ ist ein altes Wort für Güte, die man einem anderen aus Treue erweist; die Psalmen gebrauchen es oft für Gottes treue Liebe (Ps 51:3; LXX 50).↑

  3. Abuna Tadros Y. Malaty, Katechismus, Bd. 1, Fr. 342.↑

  4. Synaxarium, 23. Kiyahk, Die Entschlafung Davids, des Propheten und Königs, S. 203⁠–⁠204.↑

  5. Papst Schenouda III., Das Leben der Buße und Reinheit, Teil Drei, Nr. 5.↑

  6. Johannes Chrysostomus, Homilien über die Buße, Homilie 2,2.↑

  7. Vgl. Papst Schenouda III., Das Leben der Buße und Reinheit, Teil Zwei, Kap. 4.↑

  8. Vgl. Papst Schenouda III., Das Leben der Buße und Reinheit, Teil Eins, Abschnitt 1.↑

  9. Vgl. Papst Schenouda III., Das Leben der Danksagung, Vorwort (S. 6).↑

  10. Johannes Chrysostomus, Homilien über die Buße, Homilie 2,3.↑

  11. Papst Schenouda III., Das Leben der Buße und Reinheit, Teil Drei, Nr. 3.↑

  12. Papst Schenouda III., Das Priestertum, Kap. 7.4.↑

  13. Vgl. Papst Schenouda III., Das Leben der Buße und Reinheit, Teil Drei, Nr. 5.↑

  14. Hieronymus, Briefe, Brief 53,8 (an Paulinus). Sadok ist der Priester Zadok zur Zeit Davids (2. Sam 8:17).↑

  15. Papst Schenouda III., Das Leben der Buße und Reinheit, Teil Vier, Nr. 5.↑

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