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Thema 21 · Vortrag 2

Gott im Dienst, Demut und Frucht

Gebet vor jeder Stunde, dienen statt herrschen, Frucht statt Zahlen

14 Min. LesezeitDer geistliche Dienst

Lernziele

  1. Gottes Rolle im Dienst und das Gebet als Vorbereitung beschreiben.
  2. Dienst nach seiner Frucht statt nach Zahlen beurteilen und falsche Maßstäbe nennen.

Schlüsselbegriffe

Partnerschaft mit Gott · Gebet · Demut · Jüngerschaft · Bescheidenheit · Maßstab des Erfolgs · Frucht · Geduld · Hoffnung

Bibelstellen

Joh 15:16a; Joh 15:5; Ps 127:1a; Mt 10:20; Ex 4:12; Mt 11:29; Mt 20:28; Joh 13:14⁠–⁠15; Apg 5:29; Joh 3:30; Röm 12:10; 2. Kön 3:11; Ps 39:2a; Ps 39:5; Ps 39:6b; Ps 39:8; 1. Sam 16:7b; Apg 6:8; Mt 2:6; Joh 1:46; Joh 17:4; Lk 19:5b; Mt 13:3⁠–⁠8; Jes 55:11; 1. Kor 3:6⁠–⁠7; Ps 126:5; Ps 126:6; Röm 15:1a; Koh 11:1; Joh 5:17b; Mt 25:21

Inhalt

Wer wirkt eigentlich, wenn ich diene? Wie bleibe ich demütig, wenn mir der Dienst gelingt? Woran erkenne ich, ob mein Dienst Frucht bringt? Papst Schenouda III. beantwortet diese Fragen in den Kapiteln II bis V von The Spiritual Ministry.

Gott ist der Grund des Dienstes

Das zweite Kapitel beginnt mit einem Grundsatz: „Gott ist der Grund des Dienstes, er ist es, der uns dazu eingeladen hat. Er wirkt mit uns, um das Ziel zu erreichen.“1 Der Herr sagt zu seinen Jüngern: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt“ (Joh 15:16a).

Papst Schenouda III. nennt den Dienst deshalb „die Demut Gottes“. Gott könnte alles allein tun, „doch aus seiner Demut gibt er uns die Gelegenheit, mit ihm an seinem Werk teilzuhaben“. Und weiter: „Er ist es, der das ganze Werk tut, und dann schreibt er es uns zu!“2 Dasselbe sagt er im Buch Heiliger Eifer:

Aus der Lehre unserer Päpste

Niemand kann einen anderen Menschen retten, außer durch Gott Selbst, denn die Motivation der Herzen und die Erweckung der Gewissen ist Teil des Wirkens eben dieses Gottes. … Daher kann jede Aktion zur Rettung von Seelen nur in Partnerschaft mit Gott erfolgen.3

– Papst Schenouda III., Heiliger Eifer, Kap. 1, Abschnitt „Partnerschaft mit Gott“

Wer andere zu Gott bringen will, muss also selbst mit ihm verbunden sein. Papst Schenouda III. vergleicht den Diener mit Eisen, das nur andere anzieht, solange es mit dem Magneten in Berührung ist, und mit einer Lampe, die nur am Strom leuchtet.4 Darum warnt er: „So wird auch all dein Eifer vergeblich sein, wenn du weit weg bist von Gott, der die Quelle der Kraft ist.“5 Der Herr sagt es selbst: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“ (Joh 15:5). Und der Psalm: „Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut“ (Ps 127:1a; LXX 126). Gott ist deshalb auch der Inhalt jeder Lektion; Papst Schenouda III. klagt: „Manche Diener sprechen über so viele Themen, nur nicht über Gott.“6

„Nicht ihr werdet reden“ – was das heißt

Papst Schenouda III. geht noch weiter: „Gott ist es, der im Dienst spricht.“ Der Diener „ist also ein Mensch, der die Worte spricht, die Gott ihm in den Mund legt“.7 Er stützt sich auf das Wort des Herrn: „Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden“ (Mt 10:20), und auf Gottes Antwort an Mose, der sich nicht für redegewandt hielt: „Geh also! Ich bin mit deinem Mund und weise dich an, was du reden sollst“ (Ex 4:12).

Das ist eine Verheißung, keine Unfehlbarkeit: Nicht jeder Satz eines Dieners ist Gottes Wort. Die Verheißung gilt dem, der betet, sich vorbereitet und in der Lehre der Kirche bleibt. Darum warnt Papst Schenouda III. davor, eigene Lesefrüchte, also Gedanken, die man beim Lesen gefunden hat, „den anderen aufzuzwingen“ (vgl. Thema 1, „Berufen zum Dienst“).8

Das Gebet vor jeder Stunde

Wenn Gott im Dienst wirkt, ist das Gebet die erste Vorbereitung. Papst Schenouda III. fragt: „Betest du immer zu Gott, dass er dir seine Worte schenkt, wenn du redest?“ Und er rät: „Bete von ganzem Herzen, bevor du deinen Dienst beginnst, damit er dir passende und nützliche Worte schenkt, die du den Menschen sagen sollst.“9 Die Vorbereitung durch Bibel, Geschichte, Riten und Lehre ist nützlich, aber sie soll nicht dabei stehen bleiben: „… heißt deine Lektion vorbereiten, dich selbst geistlich vorbereiten. … Du kannst Gott einladen, mit dir zu kommen und an der Lektion teilzunehmen.“10

So dienten schon die Apostel. In den Worten zum geistlichen Gewinn nennt Papst Schenouda III. vier Kennzeichen ihres Dienstes – Wärme, Nachgehen durch Besuche und Briefe, Geist und Kraft, Liebe. Vom Dienst Christi an den Jüngern sagt er: „Es war kein bloßer offizieller Dienst.“11

Das Gebet gilt auch den Kindern. Der heilige Augustinus rät dem, der andere im Glauben unterweist, bei einem Hörer, der wenig aufnimmt, sich darauf zu verlegen, „mehr für ihn zu Gott, als vor ihm von Gott zu sprechen“.12 Papst Schenouda III. formuliert ein Gebet, das du vor jeder Stunde sprechen kannst:

Aus der Lehre unserer Päpste

Bitte, Herr, schenke mir die Kraft, gib mir deine Worte und deine Weisheit, mich zu führen. Bewahre mich, damit ich für niemanden ein Stein des Anstoßes bin. O Herr, führe mich und führe sie, lehre mich und lehre sie, leite mich und leite sie zu grünen Auen und zu den Quellen lebendigen Wassers.13

– Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. II

In Die Geistlichen Mittel nennt Papst Schenouda III. den Dienst „eine Schule für das Gebet“: „Du betest auch, dass dein Dienst geistlich sein möge und nicht nur eine Aktivität oder eine Routine oder bloße soziale Arbeit.“14

Demut: dienen, nicht herrschen

Begriff
Demut

Demut im Dienst heißt: Gott und den Menschen dienen, ohne zu herrschen oder sich über sie zu erheben.

Der Herr hätte viele Tugenden hervorheben können, aber er sagte: „lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig“ (Mt 11:29) – denn wer dient, ist „gewöhnlich den Kämpfen der Eitelkeit und des Hochmuts ausgesetzt“.15 Schon das Wort „Diener“ erinnert daran: „Seine Aufgabe ist es zu dienen, nicht zu herrschen oder stolz zu sein.“16 Christus selbst „ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Mt 20:28). Er wusch seinen Jüngern die Füße und sagte: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe“ (Joh 13:15). Papst Tawadros II. folgert daraus: „In der Kirche gibt es keine Beförderungen. … Je mehr Verantwortung Sie tragen, desto mehr müssen Sie sich beugen.“17

Zur Demut gehört der Gehorsam: „Wenn du ein Diener bist, musst du gehorsam sein – Gott, deinen Vorgesetzten und denen, die deinen Dienst organisieren.“18 Wie in Thema 1 gilt: Dieser Gehorsam ist nicht blind. Papst Schenouda III. lehrt auch, dass man seinen geistlichen Vater fragen darf; widerspricht ein Rat dem Wort Gottes, gilt: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5:29b).19 Hast du Bedenken oder überfordert dich eine Aufgabe, sagst du es offen und sprichst mit Abuna oder deinem Beichtvater. Papst Schenouda III. sagt auch: „Der geistlich nützliche Dienst ist der, bei dem du das Wort ‚ich‘ vergisst“. Wer so dient, sucht kein Lob; er „zieht auch in allen Angelegenheiten des Dienstes andere sich selbst vor“ und freut sich, wenn einem Mitdiener etwas gelingt.20 Johannes der Täufer sagte: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“ (Joh 3:30).

Jüngerschaft bewahren

Wie bleibt man demütig? Papst Schenouda III. antwortet: „Um deine Demut zu bewahren, musst du in der Jüngerschaft bleiben.“ Und er warnt: „Wenn du meinst, du seist ein Lehrer geworden und kein Jünger mehr, beginnst du in Hochmut zu fallen.“21

Begriff
Jüngerschaft

Jüngerschaft heißt, auch als Diener ein Lernender zu bleiben: beim Beichtvater, in der Kirche und beim Lesen geistlicher Bücher.

Beispiel

Wasser über die Hände gießen. Elischa war der Jünger des Propheten Elija. Als man später nach einem Propheten fragte, stellte man ihn so vor: „Hier ist Elischa, der Sohn Schafats, der Elija Wasser über die Hände gegossen hat“ (2. Kön 3:11). Mit demselben Bild beschreibt der heilige Athanasius der Apostolische, der große Lehrer der Kirche, sein Verhältnis zum heiligen Antonius dem Großen. Er berichtet, was er von ihm erfuhr, „als ich ihm geraume Zeit danach nachfolgte und Wasser über seine Hände goss“.22 Papst Schenouda III. nennt dieses Beispiel für die Diener: Auch der größte Lehrer bleibt Schüler.23

Bescheidenheit

Psalm 39 hilft dir, bescheiden zu bleiben. Er beginnt mit einem Vorsatz für die Zunge: „Ich sagte: Ich will auf meine Wege achten, damit ich nicht sündige mit meiner Zunge“ (Ps 39:2a). Dann bittet der Beter: „Herr, tu mir mein Ende kund und die Zahl meiner Tage! Lass mich erkennen, wie sehr ich vergänglich bin!“ (Ps 39:5) – denn „ein Hauch nur ist jeder Mensch“ (Ps 39:6b). Wer weiß, wie klein und vergänglich er ist, setzt seine Hoffnung nicht auf seinen Erfolg: „Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen? Auf dich allein will ich harren“ (Ps 39:8).

Papst Schenouda III. gibt in den Worten zum geistlichen Gewinn eine einfache Übung: „Erinnere dich an deine Schwäche, dann wirst du vorsichtiger sein“ – vor Gedanken des Stolzes und des falschen Ruhmes. Und: „Erinnere dich an die liebevolle Güte des Herrn, die Er dir geschenkt hat, und du wirst immer im Leben der Dankbarkeit sein.“24 Wer so denkt, prahlt nicht mit seiner Erfahrung und schreibt das Gute im Dienst Gott zu.

Demut macht den Diener nicht schwach. Papst Schenouda III. schreibt: „Der Mensch erhält von Gott auch Kraft durch Demut.“ Wer seine Schwäche spürt, „verlässt sich auf Gottes Stärke, und Gott gewährt ihm diese Stärke“.25 So führt die Demut zurück zum Anfang: Gott ist der Grund des Dienstes.

Woran man Erfolg misst

Das vierte Kapitel beginnt mit einem Satz, der jede Rangliste in Frage stellt: „Die Maßstäbe Gottes unterscheiden sich von denen der Menschen. Er blickt auf die Herzen und weiß alles.“26 So sagte Gott zu Samuel: „Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz“ (1. Sam 16:7b).

Falsche Maßstäbe

Papst Schenouda III. prüft der Reihe nach, wonach Menschen einen Dienst oft beurteilen, und zeigt, warum diese Maßstäbe täuschen:27

Tabelle 65 · Falsche Maßstäbe des Erfolgs nach The Spiritual Ministry, Kap. IV
Falscher Maßstab Warum er täuscht Beispiel
Rang und Verantwortung Gott misst die Tiefe, nicht das Amt. Stephanus war „nur ein Diakon“, aber „voll Gnade und Kraft“ (Apg 6:8); Simon der Gerber war ein Laie ohne kirchliche Weihe; durch seine Hände und das Gebet des Papstes und des Volkes rettete Gott nach der Überlieferung die Kirche.
Ort Ein kleiner Ort macht den Dienst nicht klein. Betlehem, „keineswegs die unbedeutendste“ Stadt (Mt 2:6); „Kann von dort etwas Gutes kommen?“ (Joh 1:46)
Dauer Ein kurzer Dienst kann tiefer wirken als ein langer. Johannes der Täufer; Christus, der nach wenigen Jahren sagen konnte, er habe „das Werk zu Ende geführt“ (Joh 17:4); Papst Kyrillus IV., „Vater der Reform“, nach nur wenigen Jahren als Papst auf dem Stuhl des heiligen Markus
Zahl der Zuhörer Es zählt, wer das Wort annimmt. Christus predigte Tausenden, aber die zwölf Jünger trugen den Glauben in die Welt.
Menge der Dienste Wer zu vieles zugleich tut, verliert den Überblick, und der Dienst verliert seinen Geist. Der Diener, der in fünf Aufgaben steckt und keine mehr betend tut

Zum letzten Maßstab gehört ein Rat für jeden Diener. Sag nicht zu jedem Dienst Ja. Steck Zeit in den Dienst, den du übernommen hast, und leg ihn nicht leichtfertig ab. Beginn und Ende eines Dienstes besprichst du immer mit deinem Beichtvater und der Dienstleitung. Thema 27 („Wachsen im Dienst“) kommt darauf zurück.

Die richtigen Maßstäbe

Was zählt dann? Papst Schenouda III. antwortet:

Aus der Lehre unserer Päpste

Die Zahl der Zuhörer ist nicht wichtig, sondern die Zahl derer, die das Wort mit Freude annehmen, in denen das Wort Frucht bringt und sie zum Leben der Buße, der Heiligkeit und der Vollkommenheit führt.28

– Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. IV

Und: „Die Bedeutung des Dienstes kommt aus seiner Kraft, seiner Tiefe, seiner Liebe und seinem Geben. Aus der Art, wie er Menschen berührt und verändert.“29 Ein einziges warmes Wort kann ein Leben verändern: „Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein“ (Lk 19:5b).

Die Frucht im Herzen eines Kindes kannst du allerdings nicht messen; über sein verborgenes Heil urteilt nur Gott. Gleichgültig sind die Zahlen trotzdem nicht, denn jedes fehlende Kind zählt. Aber eine volle Klasse beweist noch keine Frucht und eine kleine keinen Misserfolg. Und der Dienst ist kein Geschäft mit Lohn. Papst Schenouda III. schließt sein Buch mit dem Trost: „Gott achtet nicht darauf, wie viel wir tun, ihm geht es nur um unsere Treue in der Arbeit mit dem, was wir haben.“30 Der Herr lobt nicht den Erfolgreichen, sondern den Treuen: „Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen“ (Mt 25:21b).

Frucht braucht Zeit

Im ersten Kapitel vergleicht Papst Schenouda III. den Dienst mit einem Samenkorn: Er ist „die Kraft des Wortes Gottes, das niemals leer zurückkehrt (Jes 55:11). Er ist genau wie die Lebenskraft in einem Samenkorn: Du säst es in die Erde, und es hört niemals auf zu wirken und zu wachsen, bis es dir Früchte gibt: hundertfach, sechzigfach und dreißigfach (Mt 13:8)“.31 Das Gleichnis vom Sämann (Mt 13:3⁠–⁠8) zeigt: Der Sämann sät überall; wann es aufgeht, liegt nicht in seiner Hand.

Das Gleichnis vom Sämann (Mt 13:3⁠–⁠8): Der Diener sät, Gott lässt wachsen
Heilige Schrift

Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber ließ wachsen. So ist weder der etwas, der pflanzt, noch der, der begießt, sondern nur Gott, der wachsen lässt.

1. Kor 3:6⁠–⁠7

Den folgenden Vers lernst du auswendig:

Heilige Schrift

Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.

Ps 126:5 (LXX 125)

Psalm 126 ist ein Wallfahrtslied, eines der Lieder der Pilger auf dem Weg nach Jerusalem. Er singt von der Freude derer, deren Geschick Gott gewendet hat, und vom Bauern, der unter Tränen sät und mit Jubel die Garben einbringt (Ps 126:6). Die Tränen des Dieners sind seine Mühe, sein Gebet und manchmal seine Enttäuschung. Die Ernte schenkt Gott – oft später als gewünscht, manchmal, ohne dass der Diener sie sieht.

Darum beschreibt Papst Schenouda III. den geistlichen Diener im fünften Kapitel mit drei Eigenschaften:

  • Geduld: „Die Diener sollen nicht schnell aufgeben, sondern so hart wie möglich arbeiten, bis ihre Pflanzen (die Kinder) Früchte bringen, und dem Herrn Gelegenheit geben, in ihrem Leben zu wirken.“ Denn „manche Seelen werden nicht sofort Früchte bringen, weil sie ihre Fehler nicht schnell aufgeben können“.32 Paulus mahnt: „Wir müssen als die Starken die Schwäche derer tragen, die schwach sind“ (Röm 15:1a).
  • Hoffnung: „Dein Dienst sei voller Hoffnung: Auch wenn die Früchte viel später erscheinen, gib niemals auf“.33 Papst Schenouda III. schließt mit einem Wort aus dem Buch Kohelet, das auch „der Prediger“ heißt: „Leg dein Brot auf die Wasserfläche, denn noch nach vielen Tagen wirst du es wieder finden“ (Koh 11:1).
  • Ständige Arbeit: „Mein Vater ist noch immer am Werk und auch ich bin am Werk“ (Joh 5:17b). Der geistliche Diener ist überall bereit, Gutes zu tun. Das heißt nicht, sich zu überfordern, sondern treu zu bleiben, auch wenn keine Frucht sichtbar ist; die Beharrlichkeit gibt „Kraft in der Hoffnung, damit er nicht verzweifelt“.34

Für den Dienst

  • Bete vor jeder Stunde, allein oder mit deinen Mitdienern: um das rechte Wort, um Liebe für die Kinder und um Gottes Wirken in ihren Herzen („führe mich und führe sie“).
  • Führe die Gebetsliste weiter, besonders für die Kinder, bei denen du keine Frucht siehst.
  • Prüfe deine Maßstäbe. Worüber freust du dich nach einer Stunde – über die Zahl der Anwesenden und ein gelungenes Spiel, oder über eine Frage, ein Gebet, ein Kind, das wiederkommt?
  • Bleib Jünger. Frag deinen Beichtvater und erfahrene Diener um Rat und nimm Kritik an.
  • Bring eine Erfahrung mit. In der Praxisrunde dieses Vortrags tauscht ihr euch über eure bisherige Mitarbeit in der Sonntagsschule oder in einem anderen Dienst aus: Wo habt ihr Gottes Wirken erlebt, wo habt ihr unter Tränen gesät?

Das Wichtigste in Kürze

  • Gott ist der Grund des Dienstes: Er ruft, er wirkt mit uns, in uns und durch uns. Jede Rettung von Seelen geschieht nur „in Partnerschaft mit Gott“.
  • Die erste Vorbereitung jeder Stunde ist das Gebet; die Lektion vorbereiten heißt, sich selbst geistlich vorbereiten.
  • „Gott ist es, der im Dienst spricht“: eine Verheißung für den, der betet und in der Lehre der Kirche bleibt, keine Unfehlbarkeit.
  • Der Diener dient und herrscht nicht; Demut bewahrt er, indem er Jünger bleibt.
  • Falsche Maßstäbe des Erfolgs sind Rang, Ort, Dauer, Zahl der Zuhörer und Menge der Dienste; die richtigen sind Frucht, Tiefe, Liebe und Geben. Darum sagt ein Diener nicht zu jedem Dienst Ja und legt keinen leichtfertig ab.
  • Frucht braucht Zeit; Gott lässt wachsen (1. Kor 3:6⁠–⁠7). „Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten“ (Ps 126:5).
  • Der geistliche Diener ist geduldig, voller Hoffnung und treu; Gott fragt nach der Treue, nicht nach der Menge.

Zum Weiterlesen

  • Papst Schenouda III., Heiliger Eifer, Kap. 1, Abschnitt „Partnerschaft mit Gott“.
  • Papst Schenouda III., Die Geistlichen Mittel, Kap. 11.
  • Papst Schenouda III., Worte zum geistlichen Gewinn III, Nr. 103⁠–⁠104.
  • Papst Tawadros II., Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen, „Demütiger Geist“ (S. 52⁠–⁠68).
  • Athanasius, Leben des heiligen Antonius, Vorwort und Kap. 1⁠–⁠3 (BKV 1. Reihe 31).

Anmerkungen

  1. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. II.↑

  2. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. II, Nr. 1.↑

  3. Papst Schenouda III., Heiliger Eifer, Kap. 1, Abschnitt „Partnerschaft mit Gott“.↑

  4. Vgl. ebd.↑

  5. Ebd.↑

  6. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. II.↑

  7. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. II, Nr. 3.↑

  8. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. III.↑

  9. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. II, Nr. 3.↑

  10. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. II, Nr. 4.↑

  11. Papst Schenouda III., Worte zum geistlichen Gewinn III, Nr. 103 „Der Geist des Dienstes“.↑

  12. Augustinus, Vom ersten katechetischen Unterricht, Kap. 13,18.↑

  13. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. II.↑

  14. Papst Schenouda III., Die Geistlichen Mittel, Kap. 11.↑

  15. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. III.↑

  16. Ebd.↑

  17. Papst Tawadros II., Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen, S. 55.↑

  18. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. III.↑

  19. Vgl. Papst Schenouda III., Jüngerschaft, Abschnitt „Von einem geistlichen Vater lernen“, Nr. 3 (S. 56⁠–⁠57).↑

  20. Papst Schenouda III., Die Geistlichen Mittel, Kap. 11; vgl. Röm 12:10.↑

  21. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. III.↑

  22. Athanasius, Leben des heiligen Antonius, Vorwort.↑

  23. Vgl. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. III.↑

  24. Papst Schenouda III., Worte zum geistlichen Gewinn III, Nr. 104 „Erinnere dich“.↑

  25. Papst Schenouda III., Der geistliche Mensch, Kap. 5 „Ein starker Mann“.↑

  26. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. IV.↑

  27. Vgl. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. IV; zu Simon dem Gerber: Synaxarium, 6. Kiyahk, Die Entschlafung des Papstes Abraham ibn Zara’a, S. 166⁠–⁠167; zu Papst Kyrillus IV.: ebd., 23. Tubeh, Die Entschlafung von Papst Kyrillus IV., S. 258⁠–⁠259.↑

  28. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. IV.↑

  29. Ebd.↑

  30. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. V.↑

  31. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. I, Nr. 13.↑

  32. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. V.↑

  33. Papst Schenouda III., The Spiritual Ministry, Kap. V.↑

  34. Papst Schenouda III., Die Geistlichen Mittel, Kap. 11.↑

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