Thema 37 · Vortrag 2
Die Väter von Alexandrien
Die Theologische Schule, Petrus I. und Alexander, Athanasius der Apostolische, Kyrill die Säule des Glaubens, Dioskorus und Severus
14 Min. LesezeitDie Kirchenväter
Lernziele
- Leben und zwei Hauptwerke des heiligen Athanasius und des heiligen Kyrill beschreiben.
- Die Lehrer der Theologischen Schule und die Päpste Petrus I., Alexander und Dioskorus Zeit, Ort und Werk zuordnen.
- Erklären, warum Origenes trotz seiner Bedeutung für die Schule von Alexandrien kein Heiliger ist.
Schlüsselbegriffe
Theologische Schule von Alexandrien · Festbrief · Anathematismus · Gottesgebärerin (Theotokos) · Diptychon
Bibelstellen
Mt 19:21; Joh 1:14; Ps 51:3
Inhalt
Unsere Kirche heißt die Kirche von Alexandrien. Aus dieser Stadt kamen Lehrer, deren Schriften die ganze Christenheit geprägt haben und deren Worte wir bis heute in der Liturgie hören. Dazu gehören die Lehrer der Theologischen Schule von Alexandrien, die Päpste, die den Glauben gegen Arius und Nestorius verteidigt haben, und vor allem der heilige Athanasius und der heilige Kyrill mit ihren Werken. Als Diener bist du ein Kind dieser Väter; ihre Schriften sind dein Erbe, und manche davon kannst du selbst lesen.
Alexandrien und seine Theologische Schule
Alexandrien war im 2. Jahrhundert eine Stadt der Bücher: mit einer berühmten philosophischen Schule, der größten Bibliothek des Ostens und jüdischen Schulen. Darum brauchte auch die Kirche dort eine eigene Schule. Der heilige Hieronymus hielt sie für eine Gründung des heiligen Markus; viele Gelehrte sehen in ihr die erste christliche Schule der Welt.1 Die Theologische Schule von Alexandrien (auch Katechetenschule genannt, also Schule der Glaubensunterweisung) lehrte die Auslegung der Schrift, aber auch Philosophie und andere Wissenschaften; Gebet, Fasten und ein heiliges Leben gehörten zum Lernen dazu. Ihre Anfänge behandelt Thema 32 („Die Kirche der Apostel und der heilige Markus“).
Der heilige Pantänus und der heilige Clemens
Für die Blütezeit der Schule nennt der Katechismus von Abuna Tadros Y. Malaty die Schriften „der heiligen Pantaenus und Clemens“. Pantänus verfasste einen Kommentar zur ganzen Bibel, von dem nur wenige kurze Zitate erhalten sind.2 Sein Schüler Clemens war lange auf Reisen, um bei den besten christlichen Lehrern zu lernen, bis er in Ägypten Pantänus fand. Er erzählt:
Als ich aber einen letzten angetroffen hatte, (seiner Wirkung nach war er jedoch der erste) da gab ich weiteres Suchen auf, nachdem ich ihn in Ägypten, wo er verborgen war, aufgespürt hatte. Er war in der Tat eine sizilische Biene, indem er aus den Blumen der prophetischen und apostolischen Wiese Honig sog und in den Seelen seiner Zuhörer ein lauteres Erkenntnisgut erzeugte.3
Clemens wurde Priester und Nachfolger des Pantänus als Leiter der Schule.4 Seine drei großen Werke bauen aufeinander auf: Die Mahnrede an die Heiden ruft zum Glauben, Der Erzieher (Paidagogos) zeigt Christus, das Wort Gottes, als Erzieher und Arzt des Menschen, und die Teppiche (Stromateis) führen weiter in die Erkenntnis. Dazu kommt die Predigt Welcher Reiche wird gerettet werden? Wie Christus erzieht, sagt Clemens so:
„Wir wollen es aber mit einem einzigen, ihm angemessenen Namen ‚Erzieher‘ nennen, da es ihm ja darauf ankommt, zum Handeln hinzuführen, nicht grundsätzliche Erwägungen anzustellen, wie es ja auch sein Ziel ist, die Seele besser, nicht sie klüger zu machen und zu einem sittsamen, nicht zu einem gelehrten Leben den Weg zu weisen.“5
Clemens wird vor allem für Gebet, christliches Leben, Taufe und Kirche herangezogen. Wenn er vom „Gnostiker“ spricht, meint er den reifen Christen, nicht den Irrlehrer.
Origenes – Gelehrter, aber kein Heiliger
Der bekannteste Lehrer der Schule war Origenes. Aus dem ersten Vortrag kennst du ihn als „den Gelehrten“, einen großen Ausleger der Schrift, der wegen falscher Lehren kein Heiliger ist. Seine Schüler wurden zum Teil Heilige, etwa der heilige Gregor der Wundertäter, der in Palästina „auf den Gelehrten Origenes“ traf.6 Ein Lehrer kann also viel Gutes weitergeben und doch in einzelnen Lehren irren. Die Kirche behält das Gute und prüft alles an Schrift und Überlieferung.
Didymus der Blinde
Im 4. Jahrhundert leitete Didymus der Blinde die Schule. Er verlor als kleines Kind das Augenlicht und lernte das Alphabet mit Buchstaben, die in Holztafeln geschnitzt waren. Papst Athanasius vertraute ihm die Leitung der Schule an. Zu seinen Schülern gehörten Hieronymus und Rufinus; er stärkte das Volk im Glauben von Nizäa gegen die Arianer. Nach dem Synaxarium besuchte ihn der heilige Antonius und tröstete ihn: Gott habe ihm „Augen wie die Augen der Engel“ geschenkt, „mit denen du die geistlichen Dinge siehst“. Papst Schenouda III. gab dem Institut für die Kirchensänger, von denen die meisten blind waren, den Namen des Didymus. Die Kirche gedenkt des Didymus am 6. Bauna.7
Petrus I. und Alexander – Päpste in Verfolgung und Streit
Papst Petrus I., der 17. Patriarch, also der 17. Vorsteher der Kirche von Alexandrien, war vor seiner Wahl Leiter der Theologischen Schule. Nach dem Synaxarium schloss er Arius aus der Gemeinschaft der Kirche aus. In der großen Verfolgung wurde er gefangen genommen. Damit das Volk nicht für ihn kämpfte, ließ er sich heimlich zur Hinrichtung führen und betete: „Durch mein Blut sei das Ende der Götzenanbetung und der Abschluss des Vergießens des Blutes der Christen.“ Darum heißt er „Siegel der Märtyrer“; die Kirche gedenkt seiner am 29. Hatur.8
Papst Alexander, der 19. Patriarch, setzte den Kampf fort. Er rief Synoden, also Versammlungen von Bischöfen, gegen Arius zusammen, schrieb ein Rundschreiben mit einer Darlegung des rechten Glaubens und einen Brief an Alexander, den Bischof von Byzanz, dem späteren Konstantinopel. Mit seinem Schüler, dem Diakon Athanasius, nahm er am Konzil von Nizäa (325), der Versammlung der Bischöfe der ganzen Kirche, teil. Er starb im Jahr 328; sein Gedenktag ist der 22. Baramuda.9 Die Lehre des Arius und das Konzil von Nizäa behandelt Thema 34 („Nizäa und Konstantinopel“).
Der heilige Athanasius der Apostolische
Leben
Athanasius wurde in Alexandrien geboren. Nach dem Synaxarium taufte ihn Papst Alexander, weihte ihn zum Diakon und nahm ihn als Schüler an; im Mönchsleben unterwies ihn der heilige Antonius. Als Diakon nahm er mit Papst Alexander am Konzil von Nizäa teil. Im Jahr 328 wurde er Papst. Er weihte Frumentius zum ersten Bischof von Aksum in Äthiopien. Mehrfach wurde er aus Alexandrien verbannt, und jedes Mal kehrte er zurück. Fünfundvierzig Jahre lang hütete er seine Kirche, bis er im Jahr 373 entschlief; sein Gedenktag ist der 7. Baschans.10 In der Liturgie und im Synaxarium nennt ihn die Kirche den Apostelgleichen und den Apostolischen.11 Von seinen Verbannungen und seinem Kampf um das Bekenntnis von Nizäa erzählt Thema 34; hier geht es um seine Schriften.
Seine Werke
| Werk | Inhalt |
|---|---|
| Gegen die Heiden und Über die Menschwerdung des Logos | zwei Bücher seiner Jugend: gegen den Götzendienst; warum das Wort Gottes Mensch wurde, starb und auferstand |
| Vier Reden gegen die Arianer | die ewige Gottheit des Sohnes, wesensgleich mit dem Vater |
| Vier Briefe an Serapion, Bischof von Thmuis | die Gottheit des Heiligen Geistes |
| Leben des heiligen Antonius | die Lebensbeschreibung des Vaters der Mönche |
| Brief an Marcellinus | wie man die Psalmen betet |
| Festbriefe | jährliche Briefe des Papstes vor dem Auferstehungsfest; der 39. Festbrief zählt die Bücher der Heiligen Schrift auf |
Die Bücher Gegen die Heiden und Über die Menschwerdung nennt das Synaxarium als Zeichen seiner frühen Begabung; die Lebensbeschreibung des heiligen Antonius, die Vier Reden gegen die Arianer und die Vier Briefe an Serapion schrieb er während seiner dritten Verbannung, als er von Kloster zu Kloster zog.12 Nach dem Katechismus verfassten Athanasius und seine Mitarbeiter auch Hymnen, um gegenüber den Liedern des Arius und seiner Anhänger den wahren Glauben zu bewahren.13 Ein Festbrief ist der Brief, mit dem der Papst von Alexandrien jedes Jahr den Termin des Auferstehungsfestes und der Fastenzeit bekanntgab. Im 39. Festbrief bezeugt Athanasius die Bücher, die die Kirche als Heilige Schrift empfangen hat; er ist Zeuge des Kanons, also des Verzeichnisses der biblischen Bücher, nicht sein Urheber.14
Das Herz seiner Theologie ist das Heil: Gott wurde Mensch, um den Menschen zu retten und zu erneuern. Im Buch über die Menschwerdung steht der berühmte Satz:
… er wurde Mensch, damit wir vergöttlicht würden. Er offenbarte sich im Leibe, damit wir zur Erkenntnis des unsichtbaren Vaters gelangten; er ließ sich den Frevelmut seitens der Menschen gefallen, damit wir die Unsterblichkeit ererbten.15
Gemeint ist: aus Gnade als Kinder Gottes durch den Heiligen Geist, niemals dem Wesen nach. Der Mensch wird nicht Gott von Natur, sondern wird durch Christus erneuert und lebt in Gemeinschaft mit Gott; das durch den Fall entstellte Bild Gottes wird in Christus erneuert.
Für dein Gebet ist der Brief an Marcellinus ein Schatz. Athanasius sagt über die Psalmen, „dass diese dem Psalmensänger zu einem Spiegel dienen, dass auch er in denselben die Bewegungen seiner Seele erkennt und in dieser Wahrnehmung dieselben ausspricht“.16 Wer zum Beispiel den 50. Psalm der Agpeya (= Ps 51 der Einheitsübersetzung) betet, spricht mit Davids Worten seine eigene Reue aus: „Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!“ (Ps 51:3; LXX 50).
Der heilige Kyrill von Alexandrien, die Säule des Glaubens
Leben
Kyrill wurde von seinem Onkel, Papst Theophilus, unterwiesen, studierte an der Theologischen Schule, wurde in der Sketis, der Mönchswüste im Wadi El-Natrun, Mönch und Schüler des Anba Serapion und dann Priester in Alexandrien. Im Jahr 412 wurde er Papst. Er widerlegte die Schriften des abtrünnigen Kaisers Julian und nahm den Namen des heiligen Johannes Chrysostomus in das Diptychon, das Gedenken der Heiligen in der Liturgie, auf. Als Nestorius, der Patriarch von Konstantinopel, Christus in zwei Personen trennte, schrieb Kyrill ihm mehrere Briefe; das Konzil von Ephesus im Jahr 431, das unter seiner Leitung stand, verurteilte Nestorius. Kyrill legte viele Bücher der Schrift aus und ergänzte die Liturgie des heiligen Markus, die heute als Kyrillus-Liturgie bekannt ist. Er entschlief im Jahr 444; die Kirche nennt ihn „die Säule des Glaubens und die Leuchte der orthodoxen Kirche“ und gedenkt seiner am 3. Abib.17
Seine Werke
- Briefe an Nestorius: Im zweiten Brief erklärt Kyrill, warum Maria Gottesgebärerin (Theotokos) heißt; dem dritten Brief fügte er zwölf Anathematismen an, feierliche Verurteilungen der Irrlehre, jede mit dem Schluss „so sei er im Banne“, also aus der Gemeinschaft der Kirche ausgeschlossen.
- Dass Christus einer ist: ein Gespräch über die Einheit Christi.
- Erklärung des nizänischen Glaubensbekenntnisses und Über den rechten Glauben, eine Schrift an Kaiser Theodosius II.
- Sieben Gespräche über die heilige und wesensgleiche Dreieinigkeit und viele Auslegungen der Heiligen Schrift.
- die Kyrillus-Liturgie.
Der letzte der zwölf Anathematismen fasst den Glauben an den einen menschgewordenen Sohn zusammen:
Wenn jemand nicht bekennt, dass das Wort Gottes im Fleische gelitten hat und im Fleische gekreuzigt worden ist und im Fleische den Tod gekostet hat und der Erstgeborene aus den Toten geworden ist, da es als Gott Leben und lebenspendend ist, so sei er im Banne.18
Der eine menschgewordene Logos, das Wort Gottes, hat also im Fleisch gelitten; die Gottheit blieb leidensunfähig. Weil der am Kreuz Leidende das Wort Gottes selbst ist, ist sein Tod unser Leben. „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“ (Joh 1:14). In Dass Christus einer ist schreibt Kyrill: „Wir behaupten vielmehr, dass es einen Sohn und eine Natur des Sohnes gibt, auch nachdem er Fleisch mitsamt einer vernünftigen Seele angenommen.“19 Von ihm stammt die Formel „eine Natur des fleischgewordenen Wortes Gottes“, die unsere Kirche bekennt; sie ist Kyrills Formel, kein Beschluss des Konzils von Ephesus. Der Merksatz dazu lautet:
Die Kirche bekennt mit dem heiligen Kyrill: Christus ist eine Natur des fleischgewordenen Wortes Gottes, aus zwei Naturen. Diese Einheit besteht ohne Vermischung, ohne Verwandlung, ohne Teilung und ohne Trennung – so bekennen wir es im Einklang mit unserer Liturgie und der gemeinsamen Erklärung der orthodoxen Kirchen von 1989.
Dioskorus und Severus von Antiochien
Papst Dioskorus, der 25. Patriarch, war Sekretär des heiligen Kyrill und folgte ihm im Jahr 444 auf den Markusstuhl, also im Amt des Papstes von Alexandrien. Als man ihn drängte, das Lehrschreiben Leos von Rom mit den zwei Naturen nach der Einigung anzunehmen, antwortete er nach dem Synaxarium: „Der Glaube der Väter darf weder vermehrt noch vermindert werden.“ Nach dem Konzil von Chalcedon (451) wurde er nach Gangra in Kleinasien verbannt. Dort lehrte er und heilte Kranke, bis er im Jahr 454 starb.20 Die Kirche gab ihm den Titel „Held der Orthodoxie“; mehr über ihn bringt Thema 36 („Ephesus und Chalcedon“).
Der heilige Severus von Antiochien wurde im Jahr 512 Patriarch von Antiochien. Weil er am Glauben der Väter festhielt und das Konzil von Chalcedon nicht annahm, musste er vor dem Kaiser fliehen und lebte etwa zwanzig Jahre verborgen in Ägypten, in Klöstern und Dörfern, in der Kleidung eines einfachen Mönchs. Er starb in der Stadt Sacha; die Kirche gedenkt seiner am 14. Amschir.21 Im Katechismus heißt er „der große Lehrer“; mit anderen Theologen bewahrte er nach Chalcedon den rechten Glauben.22 Von ihm überliefert der Katechismus ein Wort zum Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10:34): „Die ‚Herberge‘ ist die Kirche, die alle Menschen aufnimmt und beherbergt“.23 Er ist ein Beispiel dafür, dass die Väter Alexandriens nicht nur Ägypter waren: Wer den Glauben Kyrills bewahrte, fand in Ägypten eine Heimat.
„Unsere“ Väter lesen: das Leben des heiligen Antonius
Das bekannteste Buch eines alexandrinischen Vaters ist das Leben des heiligen Antonius, das Athanasius schrieb. Es erzählt, wie ein junger Ägypter nach dem Tod seiner Eltern das Evangelium hört und ihm folgt:
In solchen Gedanken betrat er das Gotteshaus, und es fügte sich, dass gerade das Evangelium vorgelesen wurde, und er hörte, wie der Herr zum Reichen sprach: „Wenn du vollkommen werden willst, wohlan, verkaufe all deine Habe, gib den Erlös den Armen, komm und folge mir nach, und du wirst einen Schatz im Himmel haben.“ Dem Antonius aber war es, wie wenn ihm von Gott die Erinnerung an diese Heiligen geworden sei und als ob um seinetwillen jene Lesung der Schriftstelle geschehen; er ging sogleich aus der Kirche und schenkte seine Besitzungen, die er von den Vorfahren hatte, den Einwohnern des heimatlichen Ortes.24
Das Buch zeigt, wie ernst Antonius das Wort der Schrift nahm, wie er gegen die Versuchungen kämpfte und wie aus seinem Leben eine Gemeinschaft entstand: „In dem Gebirge lagen die Klöster wie Zelte voll göttlicher Chöre, die Psalmen sangen und sich der Lesung der Schrift befleißigten, die fasteten und beteten“.25 Dieses Buch hat weit über Ägypten hinaus gewirkt: In Mailand hörte der junge Augustinus vom Leben des Antonius, und das trug zu seiner Umkehr bei (siehe Vortrag 3).26 Ein guter Anfang für deine eigene Lektüre sind die Kapitel 1–10, das Kapitel 44 und das Ende des Buches mit dem Tod des Antonius.
Für den Dienst
- Erzähle von „unseren“ Vätern. Kinder lieben Lebensbilder: Didymus, der als Blinder ein großer Lehrer wurde; Petrus, der sein Leben für sein Volk hingab; Athanasius auf der Flucht, der nie aufgab. Halte dich dabei an das Synaxarium und kennzeichne Wunder als Überlieferung.
- Verbinde mit der Liturgie. In der Kyrillus-Liturgie, im Glaubensbekenntnis und im Gedenken der Heiligen begegnen die Kinder diesen Vätern. Zeig ihnen, dass die Kirche, in der sie beten, dieselbe Kirche ist.
- Lehre die Menschwerdung als Heil. Erkläre Jugendlichen mit Athanasius, dass Gott Mensch wurde, damit wir den Vater erkennen, die Unsterblichkeit erben und Anteil an seinem Leben erhalten: aus Gnade als Kinder Gottes durch den Heiligen Geist, niemals dem Wesen nach.
- Lies selbst. Nimm dir in diesem Semester das Leben des heiligen Antonius oder den Brief an Marcellinus vor. Wer selbst aus den Vätern lebt, kann besser von ihnen erzählen.
- Bete die Psalmen. Mit Athanasius kannst du Jugendlichen zeigen, dass die Agpeya-Psalmen ein Spiegel ihrer eigenen Seele sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Theologische Schule von Alexandrien verband Schriftauslegung, Wissenschaft und heiliges Leben; ihre Lehrer waren unter anderem die heiligen Pantänus und Clemens und Didymus der Blinde. Origenes war ihr bekanntester, aber kein heiliger Lehrer.
- Papst Petrus I., der 17. Patriarch und „Siegel der Märtyrer“, schloss nach dem Synaxarium Arius aus; Papst Alexander, der 19. Patriarch, kämpfte gegen Arius und nahm mit dem Diakon Athanasius am Konzil von Nizäa teil.
- Der heilige Athanasius der Apostolische, Papst von 328 bis 373, wurde mehrfach verbannt. Hauptwerke: Über die Menschwerdung des Logos, Vier Reden gegen die Arianer, Vier Briefe an Serapion, Leben des heiligen Antonius, Brief an Marcellinus; im 39. Festbrief bezeugt er die Bücher der Schrift.
- Athanasius: Der Logos wurde Mensch, damit wir den Vater erkennen, die Unsterblichkeit erben und aus Gnade Anteil am Leben Gottes erhalten (Über die Menschwerdung, Kap. 54) – als Kinder Gottes, niemals dem Wesen nach.
- Der heilige Kyrill, die Säule des Glaubens, Papst von 412 bis 444, verteidigte gegen Nestorius die Einheit Christi und den Titel Gottesgebärerin (Theotokos). Hauptwerke: die Briefe an Nestorius mit den zwölf Anathematismen, Dass Christus einer ist; dazu die Kyrillus-Liturgie.
- Die Formel des heiligen Kyrill: „eine Natur des fleischgewordenen Wortes Gottes“, aus zwei Naturen. Die Kirche bekennt dazu, dass diese Einheit ohne Vermischung, ohne Verwandlung, ohne Teilung und ohne Trennung besteht.
- Papst Dioskorus hielt am Glauben der Väter fest („Held der Orthodoxie“); der heilige Severus von Antiochien fand als Verteidiger dieses Glaubens Zuflucht in Ägypten.
Zum Weiterlesen
- Athanasius, Leben des heiligen Antonius (BKV 1. Reihe 31), besonders Kap. 1–10 und 44.
- Athanasius, Über die Menschwerdung des Logos, Kap. 1–10 und 54 (BKV 1. Reihe 31).
- Kyrill, Drei ökumenische Briefe, besonders der dritte Brief an Nestorius, Anathematismus 12 (BKV 2. Reihe 12, S. 100).
- Synaxarium: 7. Baschans (Athanasius), 3. Abib (Kyrill), 6. Bauna (Didymus), 29. Hatur (Petrus I.).
- Abuna Tadros Y. Malaty, Katechismus der Koptisch-Orthodoxen Kirche, Bd. 1, Fr. 4 (die Theologische Schule und die Väter Alexandriens).
Anmerkungen
Vgl. Abuna Tadros Y. Malaty, Katechismus, Bd. 1, Fr. 4.↑
Abuna Tadros Y. Malaty, Katechismus, Bd. 1, Fr. 4.↑
Clemens von Alexandrien, Teppiche (Stromateis), Buch I, 11,2.↑
Vgl. Synaxarium, 12. Baramuda, Entschlafung des heiligen Alexandros, des Bekenners, Bischof von Jerusalem, S. 391; Abuna Tadros Y. Malaty, Lectures in Patrology, Teil II, S. 263.↑
Clemens von Alexandrien, Der Erzieher (Paidagogos), Buch I, 1,4.↑
Synaxarium, 21. Hatur, Die Entschlafung des heiligen Gregorios, des Wundertäters, S. 138.↑
Synaxarium, 6. Bauna, Die Entschlafung des heiligen Didymus des Blinden, S. 496–497.↑
Synaxarium, 29. Hatur, Das Martyrium des Papstes Petrus, „Siegel der Märtyrer“, des 17. Patriarchen des Markusstuhles, S. 152–153.↑
Vgl. Synaxarium, 22. Baramuda, Die Entschlafung des heiligen Papstes Alexander I., des neunzehnten Patriarchen des Markusstuhles, S. 404–405.↑
Vgl. Synaxarium, 7. Baschans, Die Entschlafung des großen Heiligen, des apostolischen Papstes Athanasius, des zwanzigsten Patriarchen des Markusstuhles, S. 437–440.↑
Absolution der Dienenden in der Basilius-Liturgie: „des apostelgleichen hl. Athanasius“ (Die göttlichen Liturgien, S. 140); Synaxarium, 7. Baschans, S. 437: „des apostolischen Papstes Athanasius“.↑
Vgl. Synaxarium, 7. Baschans, S. 437. 439.↑
Vgl. Abuna Tadros Y. Malaty, Katechismus, Bd. 1, Fr. 800.↑
Vgl. Athanasius, Ein Bruchstück aus dem neununddreißigsten Festbriefe, S. 238–240.↑
Athanasius, Über die Menschwerdung des Logos, Kap. 54. „Frevelmut“ meint hier die Misshandlungen durch die Menschen.↑
Athanasius, Brief an Marcellinus über die Erklärung der Psalmen, Kap. 12.↑
Synaxarium, 3. Abib, Die Entschlafung des heiligen Papstes Kyrillus I., des vierundzwanzigsten Patriarchen des Markusstuhles, S. 538–539; zum Vorsitz in Ephesus: Abuna Tadros Y. Malaty, Katechismus, Bd. 1, Fr. 4.↑
Kyrill von Alexandrien, Dritter Brief an Nestorius, Anathematismus 12.↑
Kyrill von Alexandrien, Dass Christus einer ist, Kap. 10.↑
Synaxarium, 7. Tut, Die Entschlafung des Papstes Dioscorus, des 25. Patriarchen des Markusstuhles, S. 17–19.↑
Vgl. Synaxarium, 14. Amschir, Die Entschlafung des heiligen Severus, Patriarch von Antiochien, S. 294–295; 2. Babeh, S. 59.↑
Abuna Tadros Y. Malaty, Katechismus, Bd. 1, Fr. 4.↑
Severus von Antiochien, zitiert nach Abuna Tadros Y. Malaty, Katechismus, Bd. 1, Fr. 546.↑
Athanasius, Leben des heiligen Antonius, Kap. 2. Das Herrenwort steht in Mt 19:21.↑
Athanasius, Leben des heiligen Antonius, Kap. 44.↑
Vgl. Augustinus, Bekenntnisse, Buch VIII, Kap. 6–7; Synaxarium, 22. Misra, S. 616.↑